Große Bühne für kleine Bäume

von Redaktion

Ausstellung des Bonsai-Arbeitskreises Inntal in der Gemeindehalle Raubling

Bonsai-Fan Karin Oschwald vor ihrem Lieblingsexemplar, einem Goldahorn.Foto Hoffmann

Raubling – Mit einer beeindruckenden Ausstellung feierte der Bonsai-Arbeitskreis Inntal in der Gemeindehalle Raubling sein 40-jähriges Jubiläum. Schon in seiner Begrüßung hob Bürgermeister Olaf Kalsperger das „sehr gute Niveau der kleinen Bäumchen“ hervor. Er unterstrich den großen Radius des Arbeitskreises, „der weit über die Grenzen unseres Landkreises hinaus geht“, und freute sich, „dass unsere Halle für diese außergewöhnliche Jubiläumsschau den Rahmen gibt“. Zusammen mit dem Arbeitskreisvorsitzenden Alois Hemberger, begab er sich auf einen ersten Rundgang durch die Halle, von dem er „mehr als nur beeindruckt“ zurückkam.

Monatelange
Vorbereitung

In monatelanger Vorbereitung hatten die Arbeitskreismitglieder die Schau vorbereitet, ihre kleinen Exponate auf Ausstellungsniveau gebracht und fieberten jetzt natürlich der Eröffnung entgegen. Mit Liebe zum Detail war die Gemeindehalle geschmückt, eine stilisierte japanische Pagode begrüßte die Eintretenden. Etwa 120 Bäumchen, präsentiert auf kleinen hölzernen Tischchen und mit allerlei Accessoires wie Beistellpflanzen oder Steinen, warteten auf die Besucher.

Weit mehr als 300 Interessierte fanden den Weg in die Gemeindehalle. Eine der ersten Besucherinnen war Karin Oschwald, die „drei kleine Bäumchen zu Hause“ hat. „Ich pflege die zwei Buchen und den Ahorn seit fünf Jahren und bin immer wieder erfreut, wenn die Bäume dann im Frühjahr austreiben und ihre kleine Pracht zeigen.“

Auf die Bonsai-Präsentation in Raubling war sie „durch Arbeitskreismitglieder aufmerksam geworden, die mich auch das eine oder andere Mal bei der Pflege meiner Bäumchen fachmännisch unterstützen“. Nach einem ersten Rundgang war sie „überrascht von der Vielfalt der Ausstellung und der Klasse der ausgestellten Bonsai“.

Ob große Solitäre oder kleine Gehölze, nahezu alles war in der Präsentation vertreten, wobei einige der großen Bonsai schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel haben. Entsprechend war bei ihnen auch der Alterungsprozess herausgearbeitet und sichtbar. Vor allem aber wurde das Augenmerk auf die Harmonie des Gesamten gelegt, oder wie es ein Besucher treffend formulierte „es passt alles perfekt zusammen“.

Ein weiterer Höhepunkt der zweitägigen Schau war die Ausstellung des Arbeitskreismitglieds Elmar Kinninger, der aus seiner Werkstatt Wurzelstücke, die er beim Wandern gefunden hatte, „bearbeitet, lackiert, gewachst und teils partiell vergoldet“ hat und diese Exponate jetzt dem interessierten Publikum eindrucksvoll präsentierte.

Zuschauermagnet an beiden Tagen waren die Gestaltungsdemonstrationen des Zweiten Vorsitzenden Werner Porath, der aus wild gewachsenen Wacholderbüschen in gekonnter Manier mit Säge, Schere, Zange und anderem Feinwerkzeug ansehnliche Rohlinge fertigte, aus denen bei entsprechender Pflege und weiterer Bearbeitung in ein paar Jahren sicher schöne Bäumchen werden. Die Besucher waren von den Vorführungen und dem Ergebnis, wie man aus verwilderten Büschen in kurzer Zeit so ansehnliche Bäumchen gestalten konnte, begeistert.

Stets dicht umlagert von Besuchern war auch der Gestaltungstisch, auf dem so manches mitgebrachte Bäumchen einer Begutachtung unterzogen wurde und dessen Besitzer oft wertvolle Expertentipps für die Pfleglinge kostenlos mit nach Hause nehmen durften.

Besucher kamen
von weit her

Wie groß das Interesse an der Jubiläumsausstellung war, zeigte auch die Tatsache, dass neben den vielen Gästen aus dem regionalen Bereich, Interessierte aus vielen anderen Bonsai-Klubs gekommen waren. Von Ingolstadt bis ins Salzburger Land und vom Münchener Raum bis weit hinein ins benachbarte Tirol reichte der Einzugsbereich. Sie alle bescheinigten den Ausstellern in vielen persönlichen Gesprächen das gute Niveau ihrer Exponate.

Abschließend zeigte sich der Vorsitzende des Arbeitskreises, Alois Hemberger, sehr zufrieden über die Resonanz auf die Bonsai-Schau, und schnell war die oftmals schweißtreibende Arbeit vergessen, die die Mitglieder des Arbeitskreises im Vorfeld geleistet hatten.

Die vielen Besucher und deren staunende Gesichter ließen erahnen, wie wenig eigentlich über Pflege und Gestaltung dieser Minibäume bekannt ist. Eine Verpflichtung auch für den Arbeitskreis und seine Mitstreiter, das zu ändern.

40 Jahre Bonsai-Arbeitskreis Inntal

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