Halfing – Unter überaus großer Beteiligung der Bevölkerung fand auf dem Halfinger Friedhof der im Alter von 71 Jahren verstorbene Eduard Schreitter seine letzte Ruhestätte. Das vorausgehende Requiem in der Halfinger Pfarrkirche wurde durch Pater Paul und die Halfinger Blasmusik würdevoll und berührend gestaltet.
Edi, wie er überall genannt wurde, erblickte als jüngster von vier Brüdern in Egg das Licht der Welt. Nachdem seine Mutter auf tragische Weise ums Leben kam, war er schon früh auf sich selbst gestellt. In der Halfinger Bäckerei Wierer erlernte er das Bäckerhandwerk. Danach war er acht Jahre bei den Bundeswehrpionieren in Brannenburg. Anschließend arbeitete er in der Bäckerei Bauer in Stephanskirchen und schließlich 21 Jahre lang bis zum Eintritt in den Ruhestand 2016 als Bauhofmitarbeiter in Halfing. 1976 heiratete er seine geliebte Irmi und gemeinsam freuten sich die beiden 1977 über die Geburt von Tochter Kerstin. Komplettiert wurde dieses Glück durch die Heirat von Kerstin mit Schwiegersohn Jürgen und der Zwillingsgeburt der beiden Enkelkinder Alex und Basti im Jahr 2013. Diesen und seinen „zwei Dirndln“ Irmi und Kerstin sowie Schwiegersohn Jürgen galt seine ganze Liebe, sein ganzer Stolz und seine Fürsorge. Besondere Freude bereitete ihm die musikalische Begabung von Alex und Basti, die mit Ziach und Gitarre oft bei ihm auf der Terrasse aufspielten. Edi war im Halfinger Vereins- und Gemeindeleben sowie durch seine Hilfsbereitschaft und Geselligkeit überall beliebt. Den Halfingern war er durch seinen Einsatz im Bauhof, insbesondere als Schneepflugfahrer und Betreuer der Schule mit seinen „Schulfräulein“, bekannt. Besonderes Schmunzeln erregte er häufig durch seine Fahrten mit dem herausgeputzten Bulldog oder mit seinem Roller. Am Halfinger Vereinsleben nahm er mit großer Begeisterung, Engagement und Hilfsbereitschaft teil. Er war immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde und er war an vielen Baumaßnahmen an Vereinsheimen und Einrichtungen beteiligt. Besonders lagen ihm die Tennisler, die Fischer, die Stockschützen und die Fußballer, wo er sich viele Jahre in der Jugendarbeit engagierte, am Herzen. Letztere spielten ihm zu Ehren mit einem Trauerflor. Auch an den Stammtischen war er häufig anzutreffen.
Weitere Leidenschaften neben dem Vereinsleben waren Holzarbeiten und das Schwammerlsuchen, dieses insbesondere wegen der angeblich nur ihm bekannten Geheimplätze. Auch häufige Fischerfahrten nach Irland mit seinen Freunden machten ihm große Freude. In berührenden Trauerreden erinnerten Bürgermeisterin Regina Braun, Christoph Friedrich für den FC Halfing und Schulleiterin Christiane Dechansreiter an das Wirken von Edi. Dessen Wesen und Wirken fasste Bürgermeisterin Regina Braun mit den Worten, dass er ein Stück Halfinger Ortsgeschichte mitgeschrieben hat, zusammen. Edi hat sich in den Herzen vieler ein Denkmal geschaffen, das weit in die Zukunft reichen wird.
Nach einem schier nicht überschaubaren Trauerzug zum Friedhof verabschiedete sich Paul Reineke für den Halfinger Veteranenverein am offenen Grab von Edi. Danach senkten sich die Fahnen der Halfinger Ortsvereine und des Rohrdorfer Trachtenvereins unter drei Böllerschüssen zur letzten Ehrerbietung. Als letzten Gruß an Edi schickten die Enkel Alex und Basti unter den Tränen vieler Trauergäste zwei Luftballons in den strahlend blauen Himmel.böp