Grundschüler aus Söchtenau werden zu Gärtnern

von Redaktion

Aktion des Obst- und Gartenbauvereins mit Kartoffelpyramiden und Anbaukisten

Söchtenau – Am Pflanztag gab es an der Grundschule Söchtenau Unterricht der besonderen Art: Statt Schreiben, Lesen und Rechnen im Klassenzimmer standen Arbeiten mit Schaufel und Spaten an. Im Freien. Denn der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Söchtenau hatte wieder zu einer besonderen Aktion eingeladen.

Schon seit Langem dürfen die Söchtenauer Grundschüler unter Anleitung der Profis vom OGV Kartoffeln pflanzen, die dann gegen Ende des Jahres gemeinsam geerntet und zu Bratkartoffeln verarbeitet werden. Inklusive großzügiger Verkostung, versteht sich.

Heuer gab es neben der Kartoffel-Pyramide noch ein weiteres Schmankerl: Kistengärten. Das Expertenteam hatte für jede Klasse zwei Kisten mit Gemüsepflanzen und Kräutern mitgebracht, die von den Kindern gepflanzt werden durften. Überhaupt waren die OGV-Vertreter mit einem großen Hänger voll Erde, Kisten, Rupfen und Werkzeug bestens ausgerüstet. Die Kisten „Essbare Blüten“ bestückten die Schüler mit Borretsch, Lavendel, Tagetes und Schnittlauch. Dabei durften die Schülerinnen und Schüler schon vorab an den Blüten riechen. In die sogenannten „Naschkisten“ kamen Schnittlauch, Salat, Pflücksalat, Ringelblume, Kohlrabi und Erdbeere. Als Besonderheit hatte OGV-Vorsitzende Gertraud Polz eine alte, heutzutage eher unbekannte Salatpflanzenart namens „Forellenschluss“ mitgebracht.

Die „Teekiste“ schließlich wurde mit Ananassalbei, Zitronenverbene, Zitronenminze und Zitronenmelisse bepflanzt. Schon beim Reiben der Blätter konnte man den herrlichen Geruch wahrnehmen. Die Kinder aller vier Jahrgangsstufen waren mit Feuereifer dabei.

Für Gertraud Polz und ihre Mitstreiter ist die Pflanzaktion immer wieder eine Freude. Dabei steht das Erfolgserlebnis im Mittelpunkt: „Kinder, die selbst etwas anpflanzen, werden die Früchte der Natur umso mehr wertschätzen.“

Der Kreisverband Rosenheim hatte die Aktion Kistengärten anlässlich seines 50-jährigen Bestehens im vergangenen Herbst ausgerufen. Es sei ganz einfach: Bauen – Pflanzen – Pflegen – Schmecken – Riechen und Ernten, betont Polz.

Aber auch für Marianne Kelnhofer, Rektorin der Grundschule, und ihre Kollegen ist die gemeinsame Pflanzaktion ein wichtiges Anliegen. Das Pflanzen, Buddeln, Riechen und Ernten bereichere den Unterricht. Und das spätere Genießen sei alljährlich der Höhepunkt im Schuljahr, freut sich Rektorin Kelnberger schon jetzt.

Die Kartoffeln setzten die Kinder fachgerecht in sogenannte Kartoffelpyramiden. Gertraud Polz zeigte den Kindern die kleinen Kartoffeltriebe und wie man die Knollen in die Erde steckt. „Ihr müsst darauf achten, sie möglichst gut mit Erde zu bedecken, damit sie kein Sonnenlicht bekommen.“

Die Viertklässler waren diesbezüglich schon alte Hasen. Sie hatten sich wohl aus den vergangenen Kartoffelaktionen schon viel gemerkt und konnten viele Fragen zu Aussehen und Wuchs der Pflanzen mühelos beantworten.

Die Erstklässler werden sicher bald mit ihrem gärtnerischen Wissen nachziehen können. Jetzt aber heißt es erst mal, die angepflanzten Kartoffeln, Gemüse und Kräuter zu hegen und zu pflegen, damit einer großen Ernte am Ende des Schuljahres nichts im Wege steht. elk

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