Kiefersfelden – Der Discounter Lidl möchte in dem Grenzort expandieren und neben dem eigentlichen Kerngeschäft auch noch einen Drogeriemarkt installieren. Dieses zweifellos ambitionierte Vorhaben stellte Lidl-Mitarbeiter Benjamin Stanka den Mitgliedern des Gemeinderats in deren jüngster Sitzung detailliert vor, nachdem es im Bauausschuss schon diskutiert worden war.
Ökologische
Bauweise
„Wir verfolgen ein interessantes und langfristiges Konzept“, so Stanke, „und haben es nach diversen Denkanstößen aus der Gemeindeverwaltung noch einmal überarbeitet. Ziel ist es, bei den geplanten Neubauten architektonische Elemente aus der Umfeldbebauung (Gewerbegebiet Kaiserreich) aufzugreifen und mit unserem Gebäudekonzept zu kombinieren. Dabei spielen Nachhaltigkeit, ökologische Bauweise und werthaltige Architektur sowie der Einsatz natürlicher Baumaterialien eine wesentliche Rolle“.
Im Einzelnen sieht das so aus: Neben einer energieeffizienten Beleuchtung, optimierter Wärmedämmung, Wärmerückgewinnung sowie einer Photovoltaikanlage auf dem Dach mit gekoppelten E-Ladestationen auf der Parkfläche wurde der Fokus auch auf eine entspannte Einkaufsatmosphäre gelegt, die durch eine offene Deckenkonstruktion, breite Gänge, niedrige Regalhöhen, mehr Tageslicht und ein modernes Belüftungssystem erreicht werden soll. Weiter ist „viel Grün“, so der Lidl-Mitarbeiter „an Parkplätzen und Gebäudeumgebung vorgesehen“.
In der Gesamtplanung sind für den Lidl-Lebensmittelmarkt rund 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche und gut 760 Quadratmeter Lager und Nebenfläche vorgesehen. Der DM-Drogeriemarkt soll auf 800 Quadratmetern Ladenfläche seine Waren präsentieren, hinzu kommen noch 150 Quadratmeter für Lager und Nebenfläche.
In der sich anschließenden angeregten Diskussion wünschte sich Georg Fuchs (SPD) „mehr Höhe des Baus, da sonst ein großer Flächenverbrauch entsteht“. Und weiter stellte er die Frage an Benjamin Stanka, „ob denn keine Wohnungen oder anderes Gewerbe geplant“ sei. „Grundsätzlich sei „das machbar“, so der Fachmann, „aber die Nachteile sind überwiegend, wie oftmals ganztätige Warenanlieferungen mit Lärmentstehung, reger Personenverkehr und Parken von morgens bis spät abends“. Vor diesem Hintergrund erkennen die Verantwortlichen bei Lidl bisher auch keinerlei Nachfrage nach Wohnungen oder der Ansiedlung von Gewerbe.
Nur per Auto
oder Rad erreichbar
Ein wichtiger Aspekt kam zum Ende der Diskussion um Wohnraum und Gewerbe noch auf den Tisch: Die Frage der Verkehrsanbindung, denn die ist bisher eigentlich nur motorisiert oder per Fahrrad sinnvoll. Neuen Zuwegen aus verschiedenen Richtungen gab Bürgermeister Hajo Gruber (UW) eine klare Absage, „das ist verkehrstechnisch nicht sinnvoll, wie wir wissen, und auch nicht mehr geplant“.
Allerdings bekräftigte er die überwiegende Meinung der Räte und gab den Auftrag an Lidl, zu überprüfen, „ob eine weitere Nutzung auf dem Areal möglich ist. Und dann treffen wir uns wieder“.