Das Abendmahl als Inspiration

von Redaktion

Gewinnerin im Kunstwettbewerb der Karolinenkirche steht fest

Großkarolinenfeld – Die Gewinnerin des Kunstwettbewerbs für die neue Ausstattung der Großkarolinenfelder Karolinenkirche steht fest: Die Künstlerin Katharina Gaenssler wird Altar, Ambo und Taufbecken gestalten. Eine Jury hat die eingereichten Entwürfe geprüft und nach eingehender Beratung entschieden. „Es war ein spannender Prozess, denn im Wettbewerb sind sehr unterschiedliche Entwürfe eingegangen“, so Dr. Richard Graupner, Großkarolinenfelds evangelischer Pfarrer.

Sanierung als Chance
für Gemeinde

Der Hintergrund: Im Rahmen einer Kirchensanierung soll auch der Innenraum des Gebäudes neu gestaltet werden. Die Karolinenkirche gilt als die älteste evangelische Kirche in Oberbayern und hat kürzlich ihr 200-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Jubiläum sollte das Gebäude etwas „aufgehübscht“ werden, bei der Untersuchung der Bausubstanz ergab sich aber, dass eine umfangreiche Sanierung notwendig ist. Neben einer statischen Ertüchtigung des Glockenturms müssen auch Dach und Dachstuhl trockengelegt werden.

Ein großes Projekt, in dem Pfarrer Graupner aber auch die Chance erkannte, seine Kirche für die Gemeinde zu öffnen und moderner zu machen. Sein Ziel ist es dabei, den Innenraum als Ort der Begegnung zu gestalten, der aber trotzdem den liturgischen Bedürfnissen entspricht. Neben Gottesdiensten soll die Kirche variabel genutzt werden können, etwa für Ausstellungen oder Konzerte.

In dieses Konzept müssen auch der neue Altar, der Ambo sowie das Taufbecken passen. Doch wie finden sich die geeigneten Modelle, wie entscheidet man über deren Gestaltung? Dafür fand in der Karolinenkirche ein Kunstwettbewerb statt. Vier Künstler hatten ihre Werke eingereicht, eine Jury aus zwölf Personen – Vertreter der örtlichen Kirche sowie der Landeskirche und der Gemeinde – wählte aus.

Gewonnen hat mit Katharina Gaenssler die Künstlerin, die bereits mit dem Projekt „Tuchfühlung“ kürzlich in der Kirche zu Gast war. Dabei hatte sie den Innenraum mit Tüchern verhüllt und gab damit den Startschuss für die Sanierung und die damit einhergehende Schließung der Kirche für rund ein Jahr. „Man spürt ihrem Entwurf an, dass sie sowohl den Raum sehr gut kennt, als auch unsere Gemeinde, die vielfältigen Veranstaltungen und den offenen Geist, der hier herrscht“, lobte Pfarrer Graupner ihre Entwürfe. Altar, Ambo und Taufbecken gestaltet sie aus leichtem Holz und vergoldet. Der Altar ist als zentraler, vier Meter langer Tisch entworfen – ähnlich Leonardo da Vincis berühmter Abendmahlsdarstellung.

Inspiriert von
da-Vinci-Gemälde

Laut Pfarrer Graupner hatte sich die Künstlerin von dem Tischabendmahl inspirieren lassen, das in der Kirche am Gründonnerstag gefeiert wird. Dabei wird in der Kirche eine Tafel aufgebaut, an der die Gäste essen und trinken, das Abendmahl feiern und über die Ereignisse rund um Jesu Tod sprechen.

Das Besondere: Sollte es eine Veranstaltung nötig machen, können sie wie Skulpturen an der Wand positioniert werden. „Sie bewahren ihre Würde durch einen festen Ort und schränken zugleich die Flexibilität in der Nutzung nicht ein“, so der Pfarrer.

Modelle vorgestellt

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