Kameradschaftstreffen 60 Jahre nach der Entlassung

von Redaktion

Einstige Gebirgspioniere treffen sich – Ehemaliger Kompanie-Chef als Ehrengast

Stephanskirchen – Wiedersehenstreffen bei Schulklassen gibt es oft und auch immer wieder. Bei ehemals gemeinsam dienenden Soldaten ist das schon etwas rarer. Umso bemerkenswerter war jüngst ein Treffen der Kameraden aus der ehemaligen Gebirgs-Pionier-Kompanie 220 in Brannenburg. Sie trafen sich 60 Jahre nach ihrer Entlassung wieder – diesmal im Gasthaus Antretter in Stephanskirchen. Und das Besondere: Ehrengast war Oberstleutnant a.D. Günther Schneider, der damalige Kompaniechef. Dieser kam rüstig mit 87 Jahren nach Stephanskirchen, um die 82-jährigen Soldaten-Ruheständler wieder zu treffen.

Organisiert hatte das Treffen Sebastian Heibler aus Stephanskirchen. Er nahm die Hürden der Kontaktaufnahme in all den Jahren immer wieder auf sich und erklärte: „1964 bestand unsere Kompanie aus 41 Kameraden, nach unsicheren Informationen sind 18 Kameraden inzwischen verstorben. Von einigen haben wir keine Adressen mehr, nur zwei hatten kein Interesse an einem Zusammenkommen und zwei alte Kameraden sind zu weit weg, unter anderem in Bremen.“ Die bisherigen Kameradschaftstreffen waren immer im oberbayerischen Raum. Fast 20 Mal trafen sich die Soldaten immer wieder. Zuletzt wurden auch die Frauen der Kameraden eingeladen, damit die Verbindung untereinander gestärkt wurde.

Für Sebastian Heibler war der Tag des Zusammenkommens etwas ganz Besonderes und Emotionales. „Nach so langer Zeit noch mit der Mannschaft und mit dem Kompaniechef noch Kontakt zu haben, das ist eine Gnade.“ Damit der Tag des Wiedersehens unvergesslich gemacht wurde, dafür sorgten musikalisch Konrad Wagner mit der Ziach und Gabi Berg mit der Gitarre. Ihre Weisen untermalten die Gespräche und ergänzten sich mit den eigens einstudierten Gedichten, die Sebastian Heibler bei all den Zusammenkünfte immer wieder zum Besten gab.

Ob es noch weitere Treffen geben wird, das haben die ehemaligen Soldaten offen gelassen. In jedem Falle wird der Tisch-Aufsteller vom Kasernen-Stammtisch mit den rückseitigen Unterschriften der Beteiligten weiterhin vom jeweiligen Ausrichter aufbewahrt und dann wieder weitergegeben. „Das Stammtisch-Schild ging von Anfang bis heute umher, nur bei Corona machte es eine Pause“, so Sebastian Heibler als einer jener Soldaten von Brannenburg, die vom Oktober 1962 bis März 1964 ihren damals noch 18 Monate dauernden Dienst leisteten.hö

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