Eine höllisch aufwändige Inszenierung

von Redaktion

Volkstheater Flintsbach spielt „Die Teufelsbraut“ – Premiere am 22. Juni

Flintsbach – Eine große Herausforderung hat das Ensemble des Flintsbacher Volkstheaters mit dem Stück „Die Teufelsbraut“ für die diesjährige Spielsaison angenommen.

Das Theaterstück von Franz Kranewitter gilt als eine anspruchsvolle Herausforderung für jedes Theaterensemble. „Dies beginnt bereits bei der sprachlichen Ebene: Kranewitter schrieb das Stück in einem regionalen Tiroler Dialekt, der für viele unserer Schauspieler ungewohnt ist und eine intensive sprachliche Arbeit erfordern würde. Daher haben wir uns dazu entschlossen, den Text an unsere sprachlichen Verhältnisse anzupassen“, sagt Toni Obermair, Vorsitzender des Volkstheaters Flintsbach.

Symbolik und
historischer Kontext

Hinzu kommt die Herausforderung insbesondere der Inszenierung und des Bühnenbilds. Die atmosphärische Dichte und die symbolische Bedeutung vieler Szenen erfordern eine durchdachte und kreative Inszenierung, die heuer wieder von Spielleiter Martin Obermair realisiert wird. Das Bühnenbild, die Kostüme und die Beleuchtung müssen sorgfältig geplant und umgesetzt werden, um die richtige Stimmung und den historischen Kontext zu transportieren.

Um den schnellen Szenenwechseln zu folgen, kommt dem Flintsbacher Theater entgegen, dass es über eine Drehbühne verfügt. „Hier haben unsere Handwerker wahre Kunststücke vollbracht“, lobt Obermair Bühnenbau und Bühnentechnik. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Teamarbeit, denn „Die Teufelsbraut“ erfordert viel Zusammenarbeit und gutes Zusammenspiel aller Akteure. Das Ensemble muss gut eingespielt sein.

„Weil sich ein Großteil der Szenerie in der Hölle abspielt, verfügt unser Kleiderfundus nicht über die benötigten Kostüme. Die mussten wir uns zum großen Teil bei einem Münchner Kostümverleih ausleihen“, sagt Toni Obermair.

Auch die Maske, die in diesem Jahr gleich mit vier Maskenbildnerinnen besetzt ist, muss Höchstleistungen vollbringen, denn der Teufel spielt in Kranewitters Stück eine zentrale Rolle, und die Gestaltung seiner Maske ist von entscheidender Bedeutung für die Darstellung seiner dämonischen Natur. So muss die Maske eines Teufels selbstverständlich furchterregend und unheimlich wirken, um die Angst und den Aberglauben der Charaktere und des Publikums zu verstärken. So wird der Teufel mit dunklen, unnatürlichen Farben wie Rot oder Schwarz geschminkt, um eine teuflische Erscheinung zu erzeugen. Raue Texturen auf der Haut sollen eine bedrohliche Atmosphäre vermitteln. Starke Konturen und Schattierungen betonen die Gesichtszüge.

Für die Maskenbildner bedeutet die zeitaufwändige Gestaltung der Teufelsmaske eine Reihe von Herausforderungen und viel Fingerspitzengefühl. Sie müssen komplexe Designs entwerfen und umsetzen, die nicht nur gruselig aussehen, sondern auch komfortabel und haltbar für den Schauspieler sind. Dazu haben sie sich im Vorfeld Informationen und Anregungen bei den Profis vom Verband Bayerischer Amateurtheater eingeholt und Seminare belegt.

Im Gegensatz zu den recht bekannten Stücken, die in den letzten Jahren inziniert wurden, gibt es für das neue Stück nur wenige Videoaufnahmen anderer Bühnen, die als Vorbild dienen könnten. „Das ist vielleicht auch gut so, denn die Zuschauer vergleichen Aufführungen immer gerne mit bekannten Inszenierungen, wie zum Beispiel das Stück um den Brandner Kasper, das hundertfach vom Residenztheater und im Fernsehen aufgeführt wurde“, meint Toni Obermair.

Trotz oder gerade wegen dieser Herausforderungen ist „Die Teufelsbraut“ für das Theaterensemble ein lohnendes Projekt, das 1980 schon einmal in Flintsbach aufgeführt wurde.

Selten gespielte
Komödie

„Die Teufelsbraut“ von Franz Kranewitter ist auf Bühnen selten zu sehen und dürfte gerade deshalb für die Zuschauer besonders interessant sein. Die tiefgründige Auseinandersetzung mit zeitlosen Themen wie Aberglaube und soziale Ausgrenzung sowie die aufwändige Inszenierung und eindrucksvolle Teufelsmaske sorgen außerdem für ein intensives und fesselndes Theatererlebnis.

Eine öffentliche Generalprobe findet am Freitag, 21. Juni, statt, Premiere des neuen Stücks ist am Samstag, 22. Juni, jeweils um 20 Uhr.

Weitere Spieltermine

„Die Teufelsbraut“ von Franz Kranewitter

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