Nachruf

von Redaktion

Oberaudorf – Im Alter von 76 Jahren starb Fritz Kelzenberg aus Oberaudorf. Bei der Trauerfeier in seinem Heimatort waren neben seinen Familienangehörigen, Wegbegleitern und Freunden auch besonders die Gebirgsschützenkompanie (GSK) aus Oberaudorf und die Fahnenabordnung des Inn-Chiemgau-Bataillons und der Patenkompanie Tegernsee vertreten.

Ludwig Brunschmid, Ehrenhauptmann der GSK Audorf, würdigte seinen Vorgänger im Amt des Hauptmanns.

1975, vor 49 Jahren in die Kompanie eingetreten und zuerst drei Jahre lang, war Kelzenberg als Pionier ausgerückt. Danach, bis 1999, hatte er bei den damals oft raren Tambours getrommelt. 1984 hat Fritz das arbeitsintensivste Amt in der Kompanie, das des Zahlmeisters übernommen, und dieses 20 Jahre lang zur besten Zufriedenheit mit großem Erfolg bekleidet. Aufgrund dieser Tätigkeit ist er 1990 zum Leutnant befördert und dann, 2002, zum Oberleutnant und damit Hauptmann-Stellvertreter gewählt worden. Im Jahr 2014 kam dann seine einstimmige Wahl zum Hauptmann. Dieses Amt, diesen Rang, hat kaum einer so verdient wie Fritz Kelzenberg. Mit seiner Tatkraft, seinem Einsatz für die Kompanie hat er, man kann es nicht anders sagen, Maßstäbe gesetzt und große Spuren hinterlassen. Dadurch wurde der damalige Gauhauptmann Toni Greimel auf ihn aufmerksam, was zur Folge hatte, dass Fritz 2003 erst stellvertretender, und 2012 Erster Gauhauptmann wurde. Doch leider ließ seine Gesundheit schon bald nach, und er war dadurch gezwungen, die beiden Ämter abzulegen, 2018 das des Gau- und 2021 das des Kompaniehauptmanns. Von beiden, Gau und Kompanie, wurde er verdientermaßen umgehend und einstimmig zum Ehrenhauptmann ernannt.

An Auszeichnungen erhielt Fritz Kelzenberg die höchsten, vom BBGK die Medaille am Blauen Band in Gold und von seiner Kompanie die Graf-Max-Arco-Medaille ebenfalls in Gold. Dazu die Langjährigkeits-Medaillen jeweils in Silber für 40 Jahre aktiven Dienst. Außerdem wurden ihm Kompanie-Verdienstmedaillen von Flintsbach und Tegernsee verliehen. Das alles wird er wohl kaum geahnt haben, als er 1957 als Neunjähriger bei der ersten Fahnenweihe auf dem historischen Schlossberg, hinter seinem Haus, Taferlbub war. Unermüdlich hat sich Fritz Kelzenberg für die Gebirgsschützen eingesetzt: Er war einfach da und hat gearbeitet.

Die Ausstellungsecke „Audorfer Gebirgsschützen“ im Turmmuseum der Thierberger Schützen hat er von Anfang an betreut, ist dort hineingestiegen, hat sie auf neuen Stand gebracht und bei Bedarf, was sehr oft war, entstaubt. Das Gleiche hat er im Audorfer Heimatmuseum im Burgtor gemacht, hier war er in den ersten Jahren ebenfalls bei der Einrichtung der Abteilung verantwortlich tätig. Als damals, vor etwa 20 Jahren, die Bitte der Pfarrei an die Gebirgsschützen herangetragen wurde, bei der Renovierung und Umgestaltung des sogenannten Pestfriedhofs mitzuarbeiten, war Kelzenberg einer der ersten, die das taten. Danach hat er für viele Jahre noch die Mäharbeiten und Pflege übernommen. Sein Herzblut hat am Annafest auf dem Nuslberg gehangen. Ohne allen anderen Helfern, die hier mitgearbeitet haben und es hoffentlich auch weiter tun, unrecht zu tun, Fritz Kelzenberg war das Annafest. Weitere Redner aus den Reihen vom Bund der Bayerischen Gebirgsschützen waren die Landesvorsitzenden Martin Haberfellner und Hans Rucker, sie würdigten das Engagement von Fritz Kelzenberg über seine Audorfer Kompanie hinaus. Darüber hinaus war er in seinem Heimatort aktiv und beliebt. Das zeigten die Reden in der Kirche von Oberaudorfs Bürgermeister Prof. Dr. Mathias Bernhard und von Christian Haydn, Vorsitzender des örtlichen Fußballvereins, bei dem Fritz Kelzenberg in jungen Jahren Trainer der Jugend war.

Den Gottesdienst in der Pfarrkirche Zu unserer Lieben Frau feierte Pater Paul, die musikalische Gestaltung in der Kirche und auf dem Friedhof übernahm die Sensenschmied Musikkapelle Mühlbach.re

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