Rohrdorf will Riedering nicht in den Rücken fallen

von Redaktion

Diskussion im Rohrdorfer Gemeinderat wegen Wasserversorgung für Gut Spreng – Diplomatischer Beschluss

Rohrdorf – Mit dem Problem einer Nachbargemeinde, nämlich Riedering, hatte sich der Rohrdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu befassen. In Riedering plant das Landratsamt eine Flüchtlingsunterkunft für 150 Personen auf dem Gelände von Gut Spreng. Allerdings reicht die derzeitige Versorgung mit Trinkwasser, aber auch mit Löschwasser, dafür nicht aus.

Rohrdorf kommt ins Spiel, weil der Bau einer Versorgungsleitung von Lauterbach aus deutlich kürzer und damit billiger wäre, als wenn man versuchen würde, Gut Spreng von Riedering aus anzufahren. Bürgermeister Simon Hausstetter bekräftigte zwar, dass er Bedenken gegen diese „Rohrdorfer Wasserleitung“ nachvollziehen könne, sprach sich aber trotzdem dafür aus, auf diese Weise die Wasserversorgung sicherzustellen: Er sei der Meinung, so sagte er, dass es sich bei der Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen um eine humanitäre Aufgabe handele, bei der das Beharren auf Gemeindegrenzen der falsche Ansatz sei. „Es ist ein Thema, das uns alle angeht, und da ist es nur vernünftig, die Lösung mitzutragen, die für das Gemeinwesen insgesamt die günstigste ist, sofern damit für die eigene Gemeinde keine Verschlechterung verbunden ist.“ An dem grundsätzlichen humanitären Ansatz wollte der Rohrdorfer Gemeinderat keinesfalls rütteln. Dennoch gab es Vorbehalte.

Mit der Zusage der Wasserlieferung setze man sich über den Beschluss des Riederinger Gemeinderats hinweg. Dort hatte man die Aufnahme der deutlich erhöhten Flüchtlingszahl abgelehnt, was auf breites Verständnis im Rohrdorfer Gremium stieß: „Wenn der dortige Gemeinderat sagt“, so meinte etwa Markus Hollinger (CSU), „mit rund 50, die wir im bestehenden Gebäude unterbringen können, ist zu leben, dann aber vom Landkreis mit der dreifachen Zahl konfrontiert wird, die in dreistöckigen Containern unterkommen sollen, dann ist Widerstand verständlich.“

Allerdings sah das Rohrdorfer Gremium durchaus auch die humanitäre Komponente. Gemeinderat Josef Höß (FW) sagte etwa: „Geflüchteten Menschen, geflüchteten Familien gar kein Wasser zu geben – sowas können wir eigentlich absolut nicht bringen.“

Der Kompromiss, den man fand, und der mit elf zu fünf Stimmen beschlossen wurde, war: Man lehnt die Lieferung von Trink- und Löschwasser ab, baut aber darauf, dass es Gespräche mit dem Riederinger Gemeinderat und auch dem Landratsamt über die Lösung des Problems geben wird. jt

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