Trauer um einen fleißigen Arbeiter im Weinberg des Herrn

von Redaktion

Nachruf Geistlicher Rat Pater Walter Hartmann SAC, Pfarrer i. R., in Friedberg bei den Pallottinern beigesetzt

Oberaudorf/Friedberg – Am Fest der Erzengel verstarb der Seelsorger und Geistliche Rat Pater Walter Hartmann SAC in Oberaudorf im Alter von 90 Jahren nach langer, schwerer Krankheit. Geboren am 26. Juli 1934 in Dielheim, wuchs er in einer gut katholischen Familie auf.

Nach dem Besuch der Volksschule und dem Abitur im St. Paulusheim in Bruchsal trat Pater Hartmann in den Pallottinerorden ein und studierte Philosophie und Theologie. Seine Priesterweihe fand am 16. Juli 1961 im Augsburger Dom statt. Zahlreiche Stationen führten ihn durch Bayern und Baden-Württemberg, bevor er 1992 als Pfarradministrator in Oberaudorf tätig war.

Hier begann sein bedeutendes Wirken in der Pfarrei „Zu Unserer Lieben Frau“. Mit unermüdlichem Einsatz für die Gläubigen und tiefer Hingabe an seine pastoralen Aufgaben prägte er die Gemeinde Oberaudorf. Besonders engagierte er sich für alte und kranke Menschen, die seine seelsorgerische Unterstützung in schweren Lebenslagen erhielten. Seine Gottesdienste, geprägt von feierlicher Liturgie und kraftvollen Predigten, die stets in freier Rede gehalten wurden, bleiben in lebhafter Erinnerung.

Nicht nur in der Seelsorge, auch in der baulichen Erneuerung hinterließ Pater Hartmann tiefe Spuren. Zahlreiche Restaurierungen, darunter die Erneuerung der Pfarrkirche, die Sanierung des Nuslbergs und die Renovierung des Friedhofs, gingen auf seine Initiative zurück. Besonders sein Geschick, finanzielle Mittel für diese Projekte zu sichern, wurde geschätzt. Seine Anerkennung fand er durch die Verleihung der Bürgermedaille von Oberaudorf (2004) und der Bundesverdienstmedaille (2006).

Seine Krankheit hielt Pater Hartmann nicht davon ab, weiterhin in der Gemeinde aktiv zu sein, auch nachdem er 2009 in den Ruhestand ging. Selbst nach seiner schweren Erkrankung im Jahr 2012, die ihn weitgehend lähmte, gab er seinen pastoralen Dienst nicht auf und im Pflegezentrum Pur Vital für die Errichtung einer Marienkapelle. Bis zuletzt war ihm der Humor und die Dankbarkeit gegenüber jenen geblieben, die ihn in seinem langen Leidensweg begleiteten – allen voran seiner langjährigen Pfarrhausfrau Irene Maier, die ihn über 40 Jahre unterstützte.

Bei einem feierlichen Seelengottesdienst verabschiedeten sich viele Gläubige, Vereinsvertreter und Freunde von Pfarrer Hartmann in der Pfarrkirche Oberaudorf. Domkapitular Thomas Schlichting leitete zusammen mit mehreren Konzelebranten den Gottesdienst. Die musikalische Gestaltung übernahm bewegend Hans Berger mit seinem Ensemble.

Diakon Professor Dr. Langer würdigte in seiner Predigt das seelsorgerliche Wirken und die menschliche Wärme des Verstorbenen. Langer: „Niemals habe ich von Walter ein Wort der Verbitterung gehört oder ein Jammern darüber, warum er an Hilfsmittel und Krankenbett gefesselt ist, andere aber in seinem Alter noch aktiv am Leben teilnehmen. Und deshalb war und ist er über seine Amtszeit hinweg noch lange ein Vorbild. Große Theologie entsteht nicht nur am Schreibtisch, sondern auch im Krankenbett, in der Einsamkeit, auf Knien.“

Nach einer Verabschiedung an der Aussegnungshalle durch Dekan Thomas Schlichting wurde der Verstorbene nach Friedberg bei Augsburg überführt, wo in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh nach einem feierlichen Requiem die Beisetzung in den dort ordenseigenen Grabstätten der Pallottiner erfolgte.

Mit Pater Walter Hartmann verliert Oberaudorf nicht nur seinen Bürgermedaillenträger, wie Bürgermeister Matthias Bernhardt in einem sehr persönlich geprägten Nachruf betonte, sondern auch einen außergewöhnlichen Seelsorger, der sich mit Hingabe und Liebe für seine Gemeinde und den Glauben eingesetzt hat. Sein Erbe bleibt lebendig – in den restaurierten Kapellen und Kirchen sowie in den Herzen.

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