Aschau – Eng wie in der Lagunenstadt wurde es in der Aschauer Schloßbergalm. Die Faschingsgilde Aschau hatte zur Venezianischen Nacht geladen. Auch wenn aus privaten Gründen heuer ohne das Prinzenpaar gefeiert wird, ließ es sich die festlich gewandete Festgesellschaft nicht nehmen, zu den Klängen der Band Alpenbeat zu tanzen und die Auftritte der Aschauer Gardemädels und zweier Gastgilden ausgiebigst zu feiern.
Hofmarschall Sebastian Bichler begrüßte mit launigen Worten die zahlreichen Gäste darunter auch alle drei Bürgermeister.
Abordnungen aus
Prien und Bernau
Nach dem schmissigen und perfekt synchron abgestimmten Gardemarsch unter Leitung von Gardemajor Steffi Stockinger kam der offizielle Teil: Erst wurde das Faschingsprinzenpaar der vergangenen Saison, Jenny I. zielsichere Herrscherin über Kamm und Schere, und Prinz Sebastian III., galanter Herrscher der meisterhaften Bauten in den Welten unter Wasser, verabschiedet, ehe Bürgermeister Simon Frank an Sophia Winkler, Präsidentin der Faschingsgilde, den Rathausschlüssel überreichte. Abordnungen der Garden aus Prien und Bernau überreichten ebenfalls Gastgeschenke und wünschten der Faschingsgilde eine wunderschöne und unfallfreie Saison. Später am Abend hatte die Garde aus Ramerberg, die Hot Socks, die heuer 30 Jahre feiern können, ihren Auftritt. Ihre Show war ein mitreißender Mix aus Showtanz und Akrobatik.
Unter dem Motto „Vom Donnerwetter zum Sonnenschein“ war der Saal erst abgedunkelt, die glitzernden, in Regenbogenfarben leuchtenden Umhänge der Gardemädels ließ das Publikum raunen und im weiteren Teil sorgten die schwungvolle Choreografie und die bis zu drei Mann hohen Pyramiden – das oberste Gardemädel winkte knapp unter dem Dach ins Publikum und der ausgestopfte Auerhahn auf dem Querbalken musste ob der wilden Akrobatik zwei, drei Federn lassen – für stürmischen Applaus.
Nach einer weiteren Tanzrunde ließ Hofmarschall Bichler die drei Bürgermeister Simon Frank, Michael Andrelang und Monika Schmid gegen die altgedienten Mitglieder der Faschingsgilde, Niki Hirner, Monika Ruhsamer und Michael Hötzelsberger, antreten. Zuerst wurde die Textsicherheit bei Apres-Ski- und Neue-Deutsche-Welle-Liedern getestet („Einsagen nicht erlaubt, Mitsingen aber schon!“), dann mussten die Teams den mit „falschen Köpfen“ versehenen Prinzenpaaren aus früheren Namen den richtigen Namen zuordnen und später noch erraten, welche Gedanken dem Hofmarschall im Kopf bei seinen Moderationen herumgehen. Hier konnte stellvertretender Präsident, Sebastian Pichler junior, seine Karten ausspielen: Rhetorisch nicht minder begnadet wie sein Vater war er bei dem Teil der Conférencier. Gemessen am Unterhaltungsfaktor stand es schließlich unentschieden, gemessen am Applaus musste sich dann doch das Team Bürgermeister geschlagen geben: Als Trostpreis durften sie eine Beitrittserklärung zur Faschingsgilde unterschreiben.
Später am Abend traten dann noch die Flying Kajaks aus Brannenburg auf. Waren die Herren im großen Showteil noch als Harry-Potter-Darsteller „good old English style“ gewandet, so sorgten sie bei der Zugabe mit nacktem Oberkörper, aber immerhin mit Krawatte, mit akrobatischen Einlagen und Tanz zu einem Medley aus Hip-Hop, Film- und Rockmusik für Pfiffe und Applaus. Höhepunkt des Abends aber war zweifelsohne der Showteil der Aschauer Gardemädels: Bella Venezia und Maskenball. Kostüme, Musik, die von Klassik zu energiegeladener Popmusik reichte, eine großartige, magische und rassige Choreografie – es passte einfach alles. Gegen Mitternacht wurde die ehemalige Präsidentin Niki Hirner noch von ihrer Amtsnachfolgerin Sophia Winkler zur Ehrenpräsidentin ernannt. Eine Ehre, bekannte Hirner mit Tränen in den Augen. Damit endete zwar der offizielle Teil. Aber die Ballnacht war noch lange nicht zu Ende. Bis spät in die Nacht wurde weiter getanzt und gefeiert.