Kiefersfelden – Mit beispielhafter Einmütigkeit stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dem Antrag des Kieferer Krippenvereins auf „Überlassung eines Gebäudes für Vereinszwecke“ zu. Vor dem beeindruckenden Votum für den Verein betonte Bürgermeister Hajo Gruber (UW) das Engagement des Vereins, „das zeichnet auch unsere Gemeinde aus. Wir haben eine sehr lange Krippentradition und das ist auch das Verdienst des Krippenvereins“.
Unterstützung bei
Planung und Arbeiten
Dessen Vorsitzende Irmgard Kurz bat um Unterstützung für Planung und anfallende Arbeiten, „die wir nicht allein leisten können“. Vereinsmitglied und Krippenbauer Sepp Horn informierte die Räte über den aktuellen Bestand an Krippen, Figuren und Gestaltungsmaterialien. „Allein 560 zumeist handgeschnitzte Figuren, etwa 90 Krippen, 700 Tiere und dazu weiteres Zubehör wie Wurzeln, Holzstücke und Steine unterhalten und pflegen wir derzeit.“ Das heiße auch improvisieren, denn die jetzige Unterstellmöglichkeit in der Hauptschule sei schon allein aus Platzgründen nicht ideal und das erfordere ein noch höheres Maß an Anstrengungen für die Vereinsmitglieder. Daher wäre nicht nur für Sepp Horn das vonseiten der Gemeinde angebotene, leer stehende Haus direkt gegenüber des Bahnhofsgebäudes in der Bahnhofstraße „ideal, da es im Ortskern liegt und uns die Arbeit sehr erleichtern würde“, betonte der Krippenbauer. Das fragliche Gebäude ist im Besitz der Gemeinde und steht im Moment leer. Die Grundfläche beträgt etwa 16 mal sechs Meter. Das Gebäude hat drei Stockwerke, die genutzt werden können. Auch der Keller ist sicher und trocken, das Erdgeschoss wäre „ideal als Arbeits- und Aufenthaltsraum“, gab Sepp Horn schon einzelne Details preis. Das Obergeschoss sieht er als Lager und Anlieferungsraum und auch das Dachgeschoss könne so genutzt werden. In Sachen Infrastruktur verwies er auf die bereits bestehende Wasser- und Energieversorgung und auch die Erschließung sei gesichert. „Wir sind fest entschlossen, anzupacken und mit viel Eigeninitiative das Haus zu unserem zu machen, mit dem sich der Verein identifizieren könnte“, so der Krippenbauer abschließend.
„Es wäre
ein Glücksfall“
Auch für den Rathauschef wäre das „ein Glücksfall, wenn der Krippenverein hier sein neues Zuhause findet“. Allerdings wird das nicht kostenlos über die Bühne gehen können. Als Anschubhilfe seitens der Gemeinde stelle er 20000 Euro in Aussicht. Es soll ein langfristiger Vertrag mit dem Verein über die Nutzung des Gebäudes abgeschlossen werden. Das ehemalige Betriebsgebäude der Deutschen Bahn steht schon seit vielen Jahren leer. Dazu will die Gemeinde auch das Leader-Förderprogramm nach möglichen Fördermöglichkeiten durchsuchen. Die Verwaltung soll die entsprechenden Vereinbarungen ausarbeiten. Das alles überzeugte die Gemeinderäte, die dem Antrag ohne Wenn und Aber zustimmten.