„Erhebliche Mängel“ festgestellt

von Redaktion

Neubau des Feuerwehrhauses Schonstett ist dringend – Verzögerung und Mehrkosten

Schonstett – Wenn es um das Feuerwehrhaus in Schonstett geht, ist das Interesse groß. Schon seit vielen Jahren klagt die dortige Feuerwehr über viel zu kleine Räume und Mängel in der Bausubstanz. Vor zwei Jahren hatten die ehrenamtlichen Feuerwehrler aus Protest eigentlich schon mal geschlossen ihren Rücktritt verkündet, sollte die Gemeinde nicht endlich ein neues Feuerwehrgerätehaus bauen, wie sie es seit Jahren versprochen hatte. Die Ankündigung schlug hohe Wellen, auch überregional wurde berichtet. Erst ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss, nun doch zu bauen, brachte den Rücktritt vom Rücktritt – und Schonstett weiterhin eine funktionierende, gut ausgebildete Feuerwehr. Eigentlich sollte das neue Gebäude bereits 2025 bezogen werden. Doch daraus wird nun nichts.

Großer Andrang bei
Info-Veranstaltung

Dementsprechend gut besucht war die Info-Veranstaltung der Feuerwehr Schonstett zum Sachstand „Neubau Feuerwehrhaus“. Unterstützt wurden die Kommandanten der örtlichen Feuerwehr, Wolfgang Niedermeier und Rudi Angerer, durch die Anwesenheit von Kreisbrandrat Richard Schrank und Kreisbrandmeister Michael Mayer. Gekommen waren auch Bürgermeister Paul Dirnecker und die Geschäftsstellenleiterin der Verwaltungsgemeinde, Monika Lex, sowie einige Gemeinderäte.

In einer Bildpräsentation gingen die Kommandanten auf die Situation im aktuellen Feuerwehrhaus von Beginn bis zum „Neubau“ Stand jetzt ein. Dass die Räumlichkeiten des aktuellen Gebäudes nicht mehr den Erfordernissen entspricht, es veraltet ist und die Platzverhältnisse enorm beengt sind, davon konnten sich die Besucher vorab bei einer Besichtigung selbst ein Bild machen.

Angerer informierte in der Präsentation darüber, dass allein seit dem Bezug des Hauses in den 1960er- Jahren bis heute die Gemeinde die Räumlichkeiten für die Feuerwehr um 300 Prozent erweitert hat. Der Platzbedarf habe sich jedoch ständig weiterentwickelt. „Bei einer Prüfung nach den Vorschriften zum Arbeitsschutz in jüngster Zeit wurden 13 erhebliche Mängel festgestellt“, erklärte er. Es herrsche also Handlungsbedarf – es sei gesetzliche Pflicht der Gemeinde, eine Feuerwehr zu unterhalten. Dann sollten aber auch deren Arbeitsbedingungen den Erfordernissen entsprechen.

Zum Raumkonzept des neuen Feuerwehrhauses erklärte Niedermeier, dass man sich bei der Anzahl der Räume und deren Größe an Vorschriften halten müsse. Bei den im Raum stehenden Kosten erklärte Angerer, dass diese 2021 auf 2,8 Millionen Euro geschätzt worden seien und nun – aufgrund der enormen Kostensteigerungen innerhalb der vergangenen drei Jahre – wohl um 900000 Euro höher seien. Wichtig sei es, ein technisch und baulich zukunftssicheres Feuerwehrhaus zu errichten, so Angerer.

In der anschließenden Diskussion kristallisierte sich heraus, dass jeder im Raum um die Wichtigkeit einer funktionierenden aktiven Feuerwehr wusste und diese unterstützt. Schon um die Motivation, insbesondere auch der zahlreichen Jungfeuerwehrleute, hochzuhalten, sei eine rasche Umsetzung des Neubaus dringend erforderlich, hieß es von den Anwesenden.

Auf Nachfragen um Mitnutzung durch andere Vereine stellte Kreisbrandrat Schrank klar, dass die Grundstücksgröße aufgrund von Vorschriften – insbesondere hinsichtlich der Abtrennung sowie der vorzuhaltenden Parkplätze – nicht ausreichend sei.

„Gemeinde
auf gutem Weg“

Bürgermeister Paul Dirnecker räumte ein, dass die Gemeinde in Sachen Feuerwehrhausneubau auch vor seiner Zeit einiges versäumt habe. Man sei nun aber auf einem guten Weg. Monika Lex erklärte dazu, dass die nächsten Leistungsverzeichnisse kurz vor dem Abschluss stünden und die Förderanträge bereits gestellt worden seien. Rudi Angerer bekräftigte die Forderung der Feuerwehr, künftig zeitnah über die Fortschritte informiert zu werden.

Bei der Wortmeldung von Otto Ebersberger zur angesprochenen Beteiligung der Feuerwehr selbst erklärte dieser, man solle sich doch jetzt noch nicht an den im Raum stehenden 3,7 Millionen Euro „aufhängen“. „Dass ein neues Gebäude her muss, ist Fakt“, sagte er. Dass die Feuerwehr nicht in der Lage sei, hohe Eigenleistungen zu erbringen, müsse auch klar sein, wenn man sich die geleisteten Einsatzstunden, die jedes Jahr anfallen würden, anschaue. Doch „Eigenleistungen“ könnten auch anders erbracht werden, zum Beispiel durch die Abgabe günstiger Angebote der in der Gemeinde ansässigen Gewerbebetriebe, schlug er vor.

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