Leserforum

Zu viel Odel fließtin den Simssee

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die Wasserqualität des Simssees (Lokalteil):

Ich kenne den Simssee seit langer Zeit. Er war nie so klar wie der Starnberger See. Aber noch in den 1950er- und 1960er-Jahren reichte der Blick im Winter, wenn das Plankton verschwunden war, in eine Tiefe von sechs bis sieben Metern. Das ist schon längst nicht mehr der Fall. Die dringend erforderlich gewesene Ringkanalisation hat daran nichts geändert. Laut Messungen des Hydrologischen Instituts soll ab einer gewissen Tiefe jeglicher Sauerstoff fehlen. Eine große Todeszone ohne Lebewesen.

Neben einiger kleiner Bäche wird der Simssee im Norden durch die Antworter-/Thalkirchner-Ache und den Kurfer-Bach gespeist. Zu diesen Gewässern führen diverse Rinnsale, die winters wie sommers Wasser führen. Da sie in landwirtschaftlich genutztem Gebiet liegen, wird viel Dünger gespritzt, der direkt über Ache und Bach in den See gelangt. Selbst die Gräben, die zeitweise trocken liegen, befördern schon bei wenig Niederschlag die Gülle in den Simssee. Es soll deshalb niemand überraschen, dass das Wasser so eutrophiert ist, dass sich das Landratsamt Rosenheim schon gezwungen sah, zu empfehlen, nicht zu baden, wenn es nicht sogar ein Badeverbot aussprach.

Durch endlose Besprechungen und zahlreiche Aktennotizen wird sich die Wasserqualität des Simssees nicht verbessern, wenn der Odel mehr oder minder ungehindert einfließt.

Gerhard Wunder

Riedering

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