Arbeitskreis Pflege befasst sich mit Realisierung eines Pflegeheims

von Redaktion

Steigender Bedarf an Pflegeplätzen prognostiziert – Gewünscht ist nicht nur ein reines Pflegeheim für 100 bis 120 Bewohner

Bad Feilnbach – Etwa 2400 Senioren werden 2040 in Bad Feilnbach leben, 500 mehr als aktuell. Damit steigt auch der Bedarf an Pflegeplätzen. „Mittelfristig sind 100 bis 200 Plätze in der stationären Pflege notwendig“, schätzt Dr. Christoph Thim, der im Bad Feilnbacher Gemeinderat nun den aktuellen Stand in puncto „Pflegeheim“ vortrug und damit die Arbeit des „Arbeitskreises Pflege“ zusammenfasste. Derzeit sind im Landkreis Rosenheim gut 3600 vollstationäre Pflegeplätze vorhanden, ein guter Versorgungsstand, doch die Prognose des Landesamtes für Pflege sagt einen steigenden Bedarf um circa 20 Prozent bis 2031 und sogar um 40 Prozent bis 2040 voraus. Daher hat sich der Arbeitskreis Pflege, der sich aus Vertretern von Gemeinde, Gemeinderat, dem VdK, der AWO, dem Seniorennetzwerk und Dr. Daniel Darga von den Hausärzten Bad Feilnbach zusammensetzt, eingehend mit der Frage der Realisierung eines Pflegeheims auseinandergesetzt. Doch es soll nicht nur ein reines Pflegeheim für 100 bis 120 Bewohner entstehen, sondern dazu ein Gesundheitszentrum mit Ärztehaus und einem Appartementhaus, in dem Senioren, aber auch Personal wohnen können. Den Platzbedarf dafür hat der Arbeitskreis mit gut 13000 Quadratmetern ermittelt. Für das Vorhaben wurden auch zwei Grundstücke betrachtet, von denen eines im Dorfbereich liege, ein weiteres am Dorfrand. Für Ersteres wurde ein „erheblicher Zusatzverkehr im Dorfbereich und in der Wendelsteinstraße“ prognostiziert, zudem passe das Vorhaben nicht in die umliegende gewachsene Wohnbebauung. Besser geeignet scheint hier die zweite Option, bei der Lage, Größe und Schnitt besser gestaltbar seien. Dort gebe es allerdings eine „schwierige städtebauliche Genehmigungssituation“, die allerdings laut Dr. Thim nicht unlösbar sei. Auch die Frage, welcher Betreiber für das Pflegeheim infrage komme, haben die Mitglieder des Arbeitskreises eingehend beleuchtet. Aus einer Auswahl von 21 Betreibern wurden sieben eine engere Vorauswahl genommen. Kriterien waren hierbei unter anderem die regionale Präsenz, der Bekanntheitsgrad, der Ruf und die Qualität. „Es muss zu Bad Feilnbach passen“, fasste Dr. Thim zusammen. Mit diesen Betreibern wurde Kontakt aufgenommen, zwei davon legten ein Konzept vor, erste Gespräche haben dazu stattgefunden. Die nächsten Projektschritte durch einen Betreiber wären der offizielle Projektstart, unter anderem mit einer Bedarfsanalyse, einer Budgetplanung einer Machbarkeitsstudie sowie die Ausarbeitung eines detaillierten Konzepts, der Auswahl und der Beschaffung eines geeigneten Grundstücks. Danach gehe es in die Planungsphase mit Architekten und Bauplanung, den erforderlichen Genehmigungen sowie der Ausschreibung und der Vergabe von Bauleistungen. Die Aufgaben der Gemeinde wären unter anderem die Klärung wesentlicher Rahmenbedingungen für das Grundstück und die Genehmigungsfähigkeit, den Start der Betreibergespräche und die finale Festlegung des Grundstücks und schließlich die Einleitung der Genehmigungsverfahren. Begleitet und unterstützt wird das Verfahren durch den Arbeitskreis Pflege. In der anschließenden Aussprache wollte Martin Huber (CSU) wissen, was der Betreiber unternehme, um Personal zu halten. Nach Aussagen von Dr. Thim ist eine Personalführung wichtig, Schulungen, gute Bezahlung, Personalwohnungen und Dinge wie ein digitaler Schichtplan seien Elemente, auf die die Angestellten Wert legen. „Das Personal ist das A und O“, so Dr. Thim. Nach dem zeitlichen Horizont erkundigte sich Peter Menhofer (ÜW), wenn ein Grundstück gefunden sei und die Voraussetzungen geschaffen seien. Diesen schätzte Dr. Thim mit etwa 18 Monaten ein: „Vom Spatenstich bis zur Eröffnung“. Wichtig seien schnelle Genehmigungsabläufe. Ein Vorkaufsrecht für Einheimische wünschte sich Sieglinde Angermaier (Grüne), Martin Huber regte an, eine Erweiterung mit anzudenken. Dr. Thim informierte auf Nachfrage, dass bereits Kontakte zu Ergo- und Physiotherapeuten, Sanitätshäusern und Apotheken aufgenommen wurden, man befinde sich erst noch in einer „ganz frühen Phase“. Einstimmig nahm der Gemeinderat von den Ergebnissen des Arbeitskreises Kenntnis. kok

Artikel 11 von 11