Gasthaus Alpenrose öffnet wieder

von Redaktion

Es rührt sich etwas beim Gasthaus Alpenrose in Oberaudorf. Nach fast drei Jahren soll die beliebte Gaststätte endlich wieder eröffnet werden. Wer aus der Region dahintersteckt und wie die genauen Pläne aussehen.

Oberaudorf – „Zwei Kilogramm einzigartig knusprige Haxn, mindestens sechs Stunden vorher bestellen.“ Wer im Ortskern von Oberaudorf einmal das Gasthaus Alpenrose besucht hat, wird vermutlich an der reichhaltigen Hauptspeise nicht vorbeigekommen sein. Doch die vorerst letzte Ankündigung der Schweinshaxn ist eine Weile her. Am 1. Mai 2022 schrieb der Betreiber noch einmal seine Speisekarte an, bevor sich die Tore des Wirtshauses schlossen. 

Ab 15. April
wieder geöffnet

Fast drei Jahre später tut sich nun wieder etwas in der Rosenheimer Straße 3. Denn Wolfgang Merx möchte das Gasthaus Alpenrose wieder zum Leben erwecken. Der neue Pächter, der auch das direkt gegenüberliegende Hotel Lambacher, die Wendelsteinhalle sowie künftig den Schloßwirt in Brannenburg betreibt, hat eine genaue Vorstellung für die Wiedereröffnung. „Am 15. April soll es losgehen“, sagt Merx. Dann werden die Wirtsstube mit Ausschank, Theke, Stammtisch und später auch der Biergarten wieder zugänglich sein.

Die Vision von Merx: „Eine Bierkarte, eine Weinkarte und eine übersichtliche Schiefertafel mit fünf kalten und fünf warmen Gerichten.“ Der Fokus soll auf einer traditionellen bayerischen Wirtschaft liegen. Keine Sterneküche oder extravagante Kulinarik, dafür regionale Produkte. „Das kann dann auch mal eine Schweinshaxn sein“, sagt Merx. 

Ihm ist wichtig, dass er mit den Landwirten rund um das Inntal zusammenarbeitet, um seine Zutaten einzukaufen. „Lieber erst mal eine kleine Karte und dafür frisch zubereitet“, betont der gebürtige Franke, der dann nicht nur Lambacher und Alpenrose, sondern zusätzlich ein Wein- und Biergeschäft neben den beiden Gasthäusern führen möchte.  

Kommen die
Vereine zurück?

Bis es so weit ist, steht allerdings noch einiges an Arbeit an. „Wir müssen noch streichen, die Böden bearbeiten, Fenster austauschen, die Sitzbänke herrichten und die Küche auf Vordermann bringen“, zählt Carina Burde, die künftige Geschäftsführerin der Alpenrose, auf. Als Leiterin eines Möbelhauses am Tegernsee ist sie unter anderem für die spätere Optik zuständig. In der „modernen Einrichtung“ soll jedoch auch ein Teil des alten Charmes erhalten bleiben. „Wir wollen zum Beispiel wieder eine Stammtisch-Ecke haben“, sagt Merx und ruft die Vereine dazu auf, sich jetzt schon beim Hotel Lambacher gegenüber zu melden, um eine Art Probetermin auszumachen. 

Einen kleinen Vorgeschmack gibt es bereits am 1. März beim Faschingszug in Oberaudorf. „Da werden wir einen kleinen Ausschank im Biergarten machen“, kündigt Merx an. Als ersten kleinen Test hat er bereits eine Geburtstagsfeier ausgerichtet. Auch solche und ähnliche Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Beerdigungen sollen im ehemaligen Kirchenwirt künftig wieder stattfinden. Zudem sind einzelne Wohnungen im ersten Stock geplant. „Das dauert allerdings noch mindestens bis Juli“, meint der neue Betreiber. Im zweiten Stock bietet die Alpenrose jetzt schon Platz für die Mitarbeiter. 

Investitionen im
sechsstelligen Bereich

Die Investitionen, die nach drei Jahren in die Alpenrose fließen, sind enorm. „Wir sind da schon gut im sechsstelligen Bereich“, sagt Merx. Auch Christian Mühlberg, Immobilienverwalter von Auerbräu, betont, dass es gar nicht so einfach ist, ein altes Gebäude unter Denkmalschutz wieder herzurichten. „Da können wir nicht irgendwas machen und darauf hoffen, dass es funktioniert“, betont der Verwalter der Eigentümer-Brauerei. Die klaren Pläne von Merx und Burde hätten ihn jedoch überzeugt, der Gastronomie im Oberaudorfer Zentrum wieder eine Chance zu geben. 

Dass die Alpenrose für die Oberaudorfer wichtig ist, merkt Bürgermeister Matthias Bernhardt an der Reaktion der Anwohner. „Ich werde ständig danach gefragt“, bestätigt der Rathauschef. Dementsprechend freut er sich, dass es schon im April losgehen soll und hörte sich interessiert die Beschreibungen von Merx an. Bei einem Blick ins Obergeschoss wünschte er allerdings dem kommenden Architekten „viel Spaß“. Zu unstrukturiert erschien ihm die baubedingte Aufteilung der alten und teils denkmalgeschützten Räume. 

Öffnungszeiten noch
nicht bekannt

Das Hauptaugenmerk gilt allerdings erst einmal der Wirtsstube im Erdgeschoss. In rund zwei Monaten soll alles bereit sein. Bis dahin sucht Burde noch Personal für ihr Team. „Wir haben einen Koch und einen Teil der Servicekräfte“, sagt sie. Der Personalmangel in der Gastronomie mache sich jedoch „wie überall“ bemerkbar. 

Wie genau die Öffnungszeiten aussehen, ist noch nicht ganz klar. „Wir wollen an fünf Tagen in der Woche offen haben“, sagt Merx.  Welche Tage das werden und welche Uhrzeiten sinnvoll sind, werde sich zeigen. 

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