Bürgerversammlung für Senioren in Flintsbach

von Redaktion

Bürgermeister Lederwascher blickt aufs vergangene Jahr zurück –Demografischer Wandel beschleunigt sich

Flintsbach Den ersten Seniorennachmittag im neuen Jahr nutzte Bürgermeister Stefan Lederwascher traditionell für eine Seniorenbürgerversammlung. Im Pfarrheim St. Martin informierte er über das Gemeindegeschehen des vergangenen Jahres. 70 Senioren lauschten aufmerksam seinen Ausführungen, versorgt vom Organisationsteam der Pfarrgemeinde.

Zu Beginn stellte Lederwascher die Flintsbacher Einwohnerstatistik mit aktuell 3238 Einwohnern (Vorjahr 3237) vor. Beachtenswert ist, dass derzeit 20 Prozent der Einwohner über 66 Jahre alt sind. In den vergangenen Jahren waren es noch 18 Prozent. Hier zeigt sich eine starke demografische Steigerung, die auch in Flintsbach wie in Bayern und Deutschland eine zunehmende Überalterung der Bevölkerung abbildet. 51 Prozent der Flintsbacher Einwohner sind weiblich, 49 Prozent männlich.

Anschließend erläuterte Bürgermeister Lederwascher die Gemeindeeinnahmen des vergangenen Jahres. Mit 1800000 Euro Gewerbesteuereinnahmen hat die Gemeinde ein um 192000 Euro besseres Ergebnis erzielt als 2023. Dies deutet auf eine gut aufgestellte Gewerbestruktur hin, wenngleich abzuwarten ist, wie sich der bundesweit prognostizierte wirtschaftliche Abschwung auf Flintsbach auswirkt. Der größte Einnahmeposten der Gemeinde ist der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, der 2365000 Euro betrug und im Vergleich zu 2023 um rund 55000 Euro stieg. Die erfreuliche Entwicklung der Vorjahre setzte sich somit auch 2024 fort. Auch hier zeigt sich unter anderem die Attraktivität des Standortes Flintsbach. Die insgesamt positive Einnahmesituation, die auch weitere Steuern wie zum Beispiel Grund- und Grunderwerbssteuer beinhaltet, ermöglicht es der Gemeinde, die Leistungen in den Bereichen Kinderkrippe, Kindergarten, Schule, Jugend- und Seniorenpolitik, Kanalisation, Straßenerneuerung, Breitbandversorgung und die sonstigen anfallenden Gemeindeleistungen zu bestreiten.

Mehrarbeit für die Gemeinde bedeutet in diesem Jahr die vom Bundesverfassungsgericht bestimmte Neuberechnung der Grundsteuer. Obwohl Flintsbach den Hebesatz mit 320 bewusst gleich beließ, berichtete Bürgermeister Lederwascher von vielen Einsprüchen.

Er erklärte, dass die Gemeinde hier der falsche Ansprechpartner sei, da die Grundsteuer zwar auf neuer Grundlage berechnet wurde, die Gemeinde aber nach dem von der Finanzbehörde übermittelten Messbetrag den gemeindlichen Hebesatz von 320 berechnet. Somit bedingt der Messbetrag der Finanzbehörde die zu erhebende Grundsteuer.

Positiv ist zu bemerken, dass sich der Schuldenstand der Gemeinde bis ins Jahr 2023 permanent verringert hatte, obwohl der Straßen- und Wasserleitungsbau sehr kostenaufwendig war. 2024 erhöhte sich der Schuldenstand durch einen Grundstückskauf, der über ein Darlehen finanziert werde. Ein Wermutstropfen sind hingegen die gestiegenen Aufwendungen für die Kreisumlage. Sie ist der größte Einnahmeposten des Landkreises für seine mannigfachen Aufgaben, wie öffentliche Kliniken oder Schulen.

Nach wie vor ein drängendes Thema ist für Bürgermeister Lederwascher der Planungsprozess der Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel. Seit Amtseinführung der Ampelkoalition im Dezember 2021 sei es nicht möglich gewesen, mit Verkehrsminister Volker Wissing ins Gespräch zu kommen. Nicht einmal eine Kontaktaufnahme war möglich. Nur die CSU-Abgeordneten hätten hier weitergeholfen. Vor Ort ist die Zusammenarbeit mit der „Interessengemeinschaft (IG) zum Erhalt der bäuerlichen Existenz im Oberen Inntal“, die vom Bauernverband unterstützt wird, sehr wichtig. Politisch sei abzuwarten, wie sich die neue Bundesregierung aufstelle. Auf Landesebene haben Ministerpräsident Markus Söder und der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter zugesichert, unter anderem eine im Wildbarren verlaufende Verknüpfungsstelle zu unterstützen.

In seinem mit zahlreichen Fotos illustrierten Vortrag bezeichnete Lederwascher das vergangene Jahr als ein Jahr der Kontraste. Während viele schöne Feste auf der einen Seite standen, prägten Starkregen und Schlammfluten mit großen Schäden die andere. In diesem Zusammenhang lobte Lederwascher das gut ausgeprägte Ehrenamt in Flintsbach und hob besonders die hervorragende Arbeit aller Flintsbacher Vereine hervor.

Zum Schluss dankte der Bürgermeister dem Flintsbacher Helferkreis für Seniorenarbeit, allen voran Monika Jakobi und Elisabeth Weiß, für die gute Arbeit.

JOHANN WEISS

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