Neubeurer Rathaus offiziell eingeweiht

von Redaktion

Nach Interimslösung zur Miete gesucht und modernes Verwaltungsgebäude gekauft

Neubeuern Das alte Rathaus in Neubeuern platzte aus allen Nähten und sollte behindertengerecht und besucherfreundlich gestaltet werden. Nach jahrelangem Nachdenken, Diskutieren und Abwägen verschiedener Optionen wie Anbau, Umbau oder Neubau und der Einberufung eines Bürgerrates fiel der Entschluss zugunsten eines Neubaus.

Aus Miete
wurde Kauf

Während noch über den Standort diskutiert wurde, stellte man im alten Rathaus eine Formaldehydbelastung fest. So wurde dringend eine Übergangslösung gesucht. Das zum Jahreswechsel 2022/2023 freigewordene Produktions- und Verwaltungsgebäude der Carl-Zeiss-Optotechnik war zunächst als gemietete Interimslösung gedacht. Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer) sah nach der ersten Besichtigung aber aufgrund der vorhandenen Räumlichkeiten, der Technik und der Parkmöglichkeiten direkt ein Rathaus vor sich. Und so wurde aus der geplanten befristeten Miete ein Kaufvertrag.

Im November
2024 umgezogen

Nach umfangreichen Umbauten zogen Bürgermeister und Verwaltung bereits Mitte November 2024 in das neue Rathaus ein. Am vergangenen Freitag fand nun die offizielle Einweihung statt, musikalisch umrahmt von der Gruppe „Fünferlei“.

Im offiziellen Teil, zu dem unter anderem Landrat Otto Lederer (CSU), Landtagsabgeordneter Sepp Lausch (Freie Wähler), Bürgermeister aus der Nachbarschaft und Tirol, ehemalige Bürgermeister aus Neubeuern, Bürgermedaillenträger, Vereinsvorsitzende und alle Gemeinderäte eingeladen waren, ging Schneider in seiner Eröffnungsrede nochmals auf den teilweise schwierigen Weg zum neuen Rathaus ein.

Landrat Lederer betonte, dass der Vergleich vom alten zum neuen Rathaus nicht nur eine Veränderung, sondern eine „klare Aussage“ sei. Das neue Rathaus zeige die Aufgeschlossenheit für Neues, lasse nicht nur das Tageslicht herein, sondern signalisiere auch Transparenz nach außen. Es lade zur Bürgerbeteiligung ein und trage damit den Dienstleistungsgedanken in sich. „Der neue Sitzungssaal hat die Voraussetzungen für ewig lange Sitzungen und hervorragende Beschlüsse“, so Lederer. Stefan Schelle, Bürgermeister der Gemeinde Oberhaching, übernahm als Bezirksverbandsvorsitzender Oberbayern des Bayerischen Gemeindetags die Rolle des Festredners. Um das Ganze aufzulockern, brachte er ein 30 Meter langes Maßband mit und ließ dieses Band rund um alle Gäste ziehen. Jeder Zentimeter bedeutete ein Jahr, insgesamt also ein Zeitraum von 3000 Jahren. So machte er die Dauer der Geschichtsepochen und Regierungsformen humorvoll sichtbar und stellte fest, dass wir erst seit den letzten zwei Metern Politik aktiv mitgestalten könnten. Es habe vorher noch nie eine Zeit gegeben, in der 80 Zentimeter lang kein Krieg gewesen sei. Bei den Jüngeren sei Demokratie deshalb selbstverständlich geworden.

Gemeinschaftshaus
für Bürger

Ein Rathaus mache nur Sinn, wenn es der Bürger als Gemeinschaftshaus begreife. Er wünschte sich wieder Tatkraft der Verantwortlichen in den Gemeinden für die Zukunft und den Mut, „die Zeit zu gestalten“.

Anschließend segneten der katholische Pfarrer Christoph Rudolph und der evangelische Pfarrer Thomas Löffler das Gebäude.

Tag der
offenen Tür

Am Nachmittag waren die Neubeurer Bürger zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen, um sich über das neue Rathaus und seine Funktionen und Aufgaben zu informieren. Bürgermeister Schneider und Zweiter Bürgermeister Wolfgang Sattelberger (CSU) führten die Besucher durch das Rathaus. Mitarbeiter der Marktgemeinde erläuterten die Aufgaben der Gemeinde, und Gemeinderat Konrad Stuffer (CSU) stellte im Sitzungssaal die Räte und ihre Arbeit vor.

Nach Kaffee und Kuchen konnten alle an einer „Schnitzeljagd“ durch die Büroräume teilnehmen. Wer die 13 Fragen richtig beantworten konnte und damit das Lösungswort fand, erhielt am Empfang eine kleine Belohnung.

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