Zum Bericht „Zuviel Odel fließt in den Simssee“ erschienen im Lokalteil:
Hauptverantwortlich für die Eutrophierung von Gewässern ist neben anderen Faktoren auch der Pflanzennährstoff Phosphor, welcher über die Simssee-Zuflüsse mit einer Menge von etwas über drei Tonnen pro Jahr eingeschwemmt wird. Da dieser Phosphor-Eintrag vorwiegend aus den circa 4000 Hektar landwirtschaftlichen Flächen im Wassereinzugsgebiet stammt, werden somit etwa 750 Gramm davon je Hektar und Jahr aus den Wiesen und Feldern ausgeschwemmt. Da ein Hektar aus 10000 Quadratmetern besteht, ergibt sich eine jährliche Phosphorauswaschung von 0,075 Gramm pro Quadratmeter. Darauf prasselt ein jährlicher Niederschlag von 1300 Millimetern, also 1,30 Meter Wasser auf jeden Quadratmeter.
Um diese sehr geringe diffuse Oberflächen-Abschwemmung weiter zu reduzieren, arbeiten die Simssee-Landwirte stetig daran, hier noch Verbesserungen zu erreichen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Abwasser-Zweckverband Simssee und dem Wasserwirtschaftsamt seit über 20 Jahren an verschiedenen Ansätzen. Zu diesen zählen der Zwischenfrucht-Anbau, die Mais-Untersaaten und verbesserten Bewirtschaftungsmethoden auf Grünland. Fortschreitende Eutrophierungen sind in nahezu allen Gewässern festzustellen, selbst in Gewässern, die rein von Gebirgsregionen oder Waldflächen gespeist werden, da die allgemeine Klimaerwärmung auch höhere Wassertemperaturen bedingt.
Die Simssee-Landwirte konnten durch ihre Maßnahmen entgegen steigenden Wassertemperaturen erreichen, dass die Eutrophierung des Simssees in den letzten 20 Jahren nicht weiter vorangeschritten ist, und sie werden auch künftig weitere gewässerschonende Bewirtschaftungsmethoden erproben.
Was hier hilft, sind Innovationen und eine Zusammenarbeit, anstatt einseitiger Schuldzuweisungen auf eine Berufsgruppe, die uns schließlich alle ernährt!
Richard Mühlbauer
Riedering