Thiersee – Ein langer, steiniger Weg liegt hinter den Betreibern und Initiatoren des Kleinstskigebietes Schneeberg in Thiersee. Es war nicht nur ein jahrelanges Behördenverfahren zu bewältigen, sondern nach der Totalabsage des Tourismusverbands Kufsteinerland auch die Finanzierung auf völlig neue Beine zu stellen. Das gesamte Projekt musste deshalb auch entsprechend verkleinert werden. Umso größer war die Freude, als im vergangenen Sommer grünes Licht für den ersten Bauabschnitt gegeben werden konnte. Anfang September rückten die Bagger ins Feld.
Im ersten Bauabschnitt wurde die gesamte Beschneiungsanlage modernisiert und ausgebaut, dazu ein neues Pumpenhaus und eine Walzengarage errichtet. „Die neue Anlage ermöglicht uns nun eine zeitgemäße technische Beschneiung unseres Kleinstskigebietes, was für den langfristig wirtschaftlichen Betrieb unumgänglich ist“, so Sebastian Kröll, Mitinitiator und Geschäftsführer. Dank der großen Unterstützung an freiwilligen Helfern aus dem ganzen Ort konnte die neue Schneeanlage schlussendlich pünktlich zum Saisonstart in Betrieb gehen.
Auch wurde ein neues Kinderland geschaffen, in dem neben einem kleinen Kinderlift auch der ehemalige Zauberteppich aus Kufstein seine neue Heimat gefunden hat – und, in verlängerter Form, sogar die gesamte Saison über in Betrieb war. Im dritten Teilabschnitt wurde am Pistenrand ein zentraler Infopoint errichtet, der neben den Kassenräumen und einem Büro auch eine kindgerechte WC-Anlage, ein Pistenlager und ein kleines Liftcafé beinhaltet.
Zum Ende der Saison blicken die drei Initiatoren überaus positiv auf die letzten Monate zurück. Dank der neuen Beschneiungsanlage konnten die gesamte Saison über ohne Unterbrechung alle Lifte betrieben werden. Und das neue Kinderland hat sich zum wahren Magneten entwickelt und erfreut nicht nur die Kinder auf der Piste, sondern auch die gesamte Familie samt Oma und Opa am Pistenrand. „Unser kleines Skigebiet ist wieder zum Leben erwacht, und wir freuen uns, dass neben den vielen Besuchern aus der gesamten Region auch das ganze Dorf, Jung und Alt, wieder zusammenfindet“, so Geschäftsführer Markus Panzl.
Im Hintergrund laufen bereits die Vorbereitungen und Behördenverfahren für den Abbruch der alten Liftanlage Schneeberg im Frühling und den gleichzeitigen Bau des neuen Kombi-Liftes mit Teller und Bügelbetrieb. Der neue Lift führt allerdings nicht mehr hinauf bis zum Schneeberg, was der gescheiterten Finanzierung geschuldet ist. Dennoch soll er aber auch in verkürzter Form die Attraktivität des kleinen Skigebietes nochmals steigern. Für die nächste Saison ist auch eine neue Rodelpiste geplant.
Bis zum Abschluss aller Maßnahmen Ende 2025 werden in das kleine Familienskigebiet insgesamt rund 2,2 Millionen Euro investiert. Neben der Wirtschaftsförderung für Kleinstskigebiete durch das Land Tirol und der Subvention durch die Gemeinde Thiersee und den Leaderverein Kuusk, bleibt den drei Betreibern am Ende ein Eigenanteil von rund 600000 Euro zu stemmen, welcher langfristig finanziert werden muss.