Schnaitsee – Besonders viele Aktionen konnte der Schnaitseer Heimatverein im vergangenen Jahr verzeichnen. Diese stellte Vorsitzender Dr. Arnold Böhm den 42 Besuchern der Jahresversammlung in seinem Rechenschaftsbericht vor.
Zuvor erinnerte der Vorsitzende in einem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder Eugen Edlmann, Franz Rieperdinger, Werner Rauschhuber und an Gründungsvorsitzenden Georg Strobl.
Aufgrund des Jubeljahres „1100 Jahre Schnaitsee“ kamen verschiedene Aktivitäten im vergangenen Jahr zusätzlich hinzu. Fünf Ausstellungen zu den Themen „Uraufnahmen und Luftbilder des Schnaitseer Gemeindegebietes“ sowie „Kreuze und Kapellen in unserer Pfarrei“ und „Schätze aus dem Heimatarchiv“ organisierten die Mitglieder des Vereins. Auch „Erinnerungen in Bildern“ und die Ausstellung „Schätze aus dem Kirchenarchiv“ in der St.-Anna-Kirche waren der Beitrag des Heimatvereins zum Jubeljahr. Zudem unterstützte der Heimatverein den Katholischen Frauenbund bei dessen Ausstellung „Sterbebilder und alles rund um das Sterben“.
Ein weiterer Höhepunkt war die Veröffentlichung zweier Bände der „Schnaitseer Chronik“ von Domarchivar Johann Baptist Veichtmayr aus dem Jahre 1862 in heute lesbarer Schrift. Des Weiteren fand im vergangenen Jahr eine Gedenkandacht zum KZ-Marsch von 1945 statt, bei der Günther Schodlock vom Verein „Für das Erinnern – Mühldorf“ über das KZ-Außenlager Mittergars berichtete.
Die aus dem Kirchstätter Wald gesicherten „Kirchstätter Sühnekreuze“ fanden auf Betreiben und auf Kosten des Heimatvereins an der Südwand der St.-Magdalena-Kirche einen diebstahl- und standsicheren Platz. Auch im Ortsinneren von Schnaitsee konnte das jahrelang abwesende „Mariell-Kreuz“ an seinem Ursprungsort am Kirchenweg durch die Unterstützung des Heimatvereins wieder errichtet werden.
Die Mitglieder konnten auch an einem Ausflug teilnehmen. Er führte zur Festung Hohenwerfen und zur Ruine Gutrat. Zudem konnten mit Leader-Mitteln Info-Tafeln an historisch bedeutsamen Gebäuden der Gemeinde platziert werden. Beteiligungen an der Radl-Wallfahrt nach Altötting, bei der Bildersuchfahrt der Bierzeltjugend und am Feuerwehrfest in Waldhausen gehörten ebenfalls zu den Vereinstätigkeiten.
Aus der ehemaligen Binder-Werkstatt des Binder-Anwesens wurde eine Reihe von erhaltenswerten Exponaten gesichert. Mit dem Leonhardi-Schafkopfrennen, dem Mai- und Kathreintanz kamen auch die kulturellen Aktivitäten im Vereinsleben nicht zu kurz.
Zweiter Vorsitzender Manfred Heistracher stellte schließlich das Veranstaltungsprogramm für 2025 vor. Neben alljährlichen Aktionen, wie dem Mai- und Kathreintanz, der Gedenkfeier am KZ-Mahnmal und dem Leonhardi-Schafkopf, soll es auch Exkursionen zu Entstehungsorten des Tuffsteins und der Sonderausstellung „Der Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus“ geben. Eine Tagesfahrt soll zu Gedenkstätten des Seligen Franz Jägerstätter in Sankt Radegund führen. Anlässlich des Festabends „20 Jahre Heimatverein Schnaitsee“ ist ein Vortrag von Dialekt-Schriftsteller Dr. Norbert Göttler zum Thema „Irxenschmoiz und Wedahex“ geplant.
Kassenwart Peter Zwingler musste bedingt durch die zahlreichen Aktivitäten des Vereins ein Minus des Vereinsvermögens einräumen. Dieses werde aber demnächst durch den Leader-Zuschuss zu der Veichtmayr-Chronik mehr als ausgeglichen. Die Rechnungsprüfer Dr. Rosi Wäsle und Stefan Reinthaler bescheinigten eine vorbildliche Kassenführung, sodass die Versammlung der Vorstandschaft die Entlastung erteilte.
Den zweiten Teil des Abends bildete eine umfangreiche Bildpräsentation von Schriftführer Richard Hellmeier. Er ließ dabei 20 Jahre Vereinsleben und -wirken Revue passieren.
Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika gratulierte dem Heimatverein Schnaitsee zu seinem 20-jährigen Bestehen. Er sei damit unter den Heimatvereinen zwar einer der jüngsten, gemessen an seinen Aktivitäten jedoch einer der rührigsten Vereine. Der Schnaitseer Verein beschränke sich nicht nur auf das historische, sondern auch in besonderem Maße auf das gegenwärtige Gemeindeleben. Das hebe ihn aus der Masse der Heimat- und Historien-Vereine heraus. Die große und stabile Mitgliederzahl von 200 Personen spricht dabei für sich.
Ortsheimatpfleger Reinhold Schuhbeck lenkte zum Abschluss den Blick auf wichtige Personen des Heimatverein-Bestehens. Dabei hob er auch den erst kürzlich verstorbenen „Gründungsvorstand“ Georg Strobl hervor. Ohne ihn gäbe es den Heimatverein nicht. Strobl habe ihn mit viel Engagement so aufgestellt, wie er auch heute noch dastehe.
Ein weiteres Lob ging an den ehemaligen Kreisheimatpfleger von Wasserburg, Ferdinand Steffan. Er habe den Heimatverein immer wieder und vor allem beim Erstellen des Heimatbuches unterstützt. Als weiteren nannte Schuhbeck den Ehrenbürgermeister Vitus Pichler. Er habe immer ein offenes Ohr für die Belange des Heimatvereins Schnaitsee gehabt. Pichler habe sich dafür eingesetzt, dass beim Rathaus-Neubau ein „Heimat-Archiv“-Depot-Raum eingeplant worden sei und dass das Rathaus für Veranstaltungen und Ausstellungen offen gewesen sei.
Schließlich wurde auch Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika, der den Verein von Anfang an unterstützt hat, hervorgehoben. Maßgeblich trug er mit seinem Beitrag zur Kunstgeschichte der Schnaitseer Kirchen zum Schnaitseer Heimatbuch bei.
Melodisch begleitet wurde die Versammlung von den sieben Musikantinnen der „Herbstblatt-Musi“ unter der Leitung von Irmi Sax.