Kauft Gemeinde das Pflegeheim in Thansau?

von Redaktion

Im März, spätestens April, will die Gemeinde Rohrdorf über den Kauf des Pflegeheims St. Anna in Thansau entscheiden. Das würde das Insolvenzverfahren einen großen Schritt voranbringen. Wie der aktuelle Stand der Verhandlungen ist.

Rohrdorf – „Die CSU-Fraktion im Gemeinderat Rohrdorf setzt sich mit Nachdruck für den Erhalt des Seniorenheims St. Anna in Thansau ein“, betont CSU-Ortsvorsitzende Angelika Kästner in einer aktuellen Presseerklärung. Nach der Insolvenz des Vereins „Katharinenheim Endorf“ hätten die Christsozialen bereits am 6. März 2024 den Antrag gestellt – für den Fall, dass die Immobilie im Rahmen des Insolvenzverfahrens veräußert würde. Das sei mittlerweile der Fall. „Für uns ist es eine soziale und regionale Verpflichtung, diese wichtige Einrichtung zu erhalten“, betont Kästner. Die Gemeinde besitze bereits das Grundstück, auf dem das Seniorenheim steht, und auch der ortsansässige Schützenverein habe im Keller des Gebäudes seine Heimat.

Eine Zukunft
ermöglichen

„Die CSU-Fraktion fordert daher den Kauf der Immobilie durch die Gemeinde, um den Standort der Einrichtung zukunftssicher aufzustellen und zu erhalten.“

Mit dieser Forderung ist die Rohrdorfer CSU nicht allein. Nach Bekanntwerden der Insolvenz hatte Bürgermeister Simon Hausstetter (Bürgerblock Rohrdorf) diese Idee im Gemeinderat diskutiert. „Dass wir das Katharinenheim erhalten wollen, ist Anliegen des gesamten Gemeinderates, aber der Erhalt hängt nicht davon ab, ob wir es kaufen“, betont Hausstetter auf OVB-Anfrage.

Im November 2023 war das Insolvenzverfahren über den Verein „Katharinenheim Endorf“ mit Pflegeheimen in Bad Endorf und Thansau, Tagespflege, betreutem Wohnen, Behinderten-Wohngemeinschaften und drei Kitas eröffnet worden. Seitdem hat Insolvenzverwalterin Birgitt Breiter, Fachanwältin für Insolvenz- und Sanierungsrecht aus Holzkirchen, gemeinsam mit der Belegschaft und einer Unternehmensberatung die Versäumnisse der vergangenen Jahre aufgearbeitet.

Die Versorgung der 220 betagten Bewohner in den beiden Pflegeeinrichtungen und der 250 Kinder in den Kindertageseinrichtungen sowie die Arbeitsplätze der 310 Mitarbeiter waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Schon Ende 2024 – also ein Jahr nach der Insolvenzeröffnung – konnten die Seniorenheime in Bad Endorf und Thansau wieder ein ausgeglichenes wirtschaftliches Ergebnis vorweisen. Und mit den Pflegesatzverhandlungen wurde auch die wirtschaftliche Grundlage für 2025 geschaffen.

Der Rohrdorfer Gemeinderat sei von Anfang an in das Insolvenzverfahren eingebunden gewesen, betont Bürgermeister Hausstetter. „Wir haben Gespräche mit der Insolvenzverwalterin, mit den Unternehmensberatern und mit potenziellen Betreibern geführt“, so Hausstetter.

„Der Gemeinderat war und ist immer auf dem aktuellen Stand.“ Auch darüber, wie sich der Kauf der Immobilie rechnen könnte: „Wir haben dem Gemeinderat ausführlich erläutert, welche Mieteinnahmen man mit der Immobilie erzielen kann und welchen Kapitaldienst man damit stemmen könnte“, erläutert Insolvenzverwalterin Birgitt Breiter auf OVB-Anfrage.

Der Gemeinderat entschied sich dazu, ein eigenes Gutachten in Auftrag zu geben. „Der Gutachter hat sich die Immobilie inzwischen angeschaut. Jetzt warten wir auf sein Ergebnis. Sobald es da ist, haben wir im Gemeinderat eine Basis, um eine Entscheidung zu treffen“, informiert Bürgermeister Hausstetter auf OVB-Anfrage. Im März, spätestens im April, werde der mögliche Kauf des Pflegeheims in Thansau auf der Tagesordnung stehen. Doch welchen Kaufpreis kann sich die Gemeinde leisten? Konkrete Zahlen gibt es noch nicht. Bürgermeister Hausstetter betont: „Wenn uns das Gutachten vorliegt, wird der Gemeinderat entscheiden, ob die Gemeinde die Immobilie in Thansau kauft.“

„Das wäre richtig gut“, sagt Insolvenzverwalterin Breiter. „Denn wenn die Gemeinde das Gebäude des Pflegeheims St. Anna kauft, hat sie auch in Zukunft die Sicherheit, dass es ein Pflegeheim bleibt.“ Der Kauf durch die Gemeinde sei ein zentraler Punkt in den Investorengesprächen. „Wir sind mit unseren Verhandlungen schon weit“, erklärt sie.

Aktueller
Verhandlungsstand

Aktueller Verhandlungsstand sei, dass ein Investor die Bad Endorfer Grundstücke und Gebäude kaufe und perspektivisch beide Pflegeheime sowie die Kindereinrichtungen betreibe. „Wenn sich Rohrdorf für den Kauf entscheidet, wäre ein wichtiger Baustein unter Dach und Fach, und wir könnten in den Verhandlungen einen wesentlichen Schritt vorankommen.“

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