Wasserburg im „Wackelkontakt“-Fieber

von Redaktion

Närrischer Höhepunkt: Der wilde Faschingszug durch die Gassen

Sportlich und schick im Stil der 80er: die Stadtkapelle.

Wasserburg – Unzählige Zuschauer warfen sich in kreative Kostüme, um bei strahlendem Sonnenschein den bunten und wilden Faschingszug durch Wasserburgs Gassen zu sehen.

Deutlich mehr Fußgruppen stachen dieses Jahr aus der Menge der Narren heraus. Die Wagen, die den Faschingszug begleiteten, waren aufwendig geschmückt und präsentierten kontroverse Themen und Mottos.

Eröffnet wurde der Faschingszug, der im Wechsel mit Edling alle zwei Jahre den Höhepunkt des närrischen Treibens in der Altstadt darstellt, von der Wasserburger Stadtkapelle, die, mit Sportleranzügen aus den 80ern verkleidet, den Song „Wackelkontakt“ in einer Instrumentalversion zum Besten gab. Der Hit vom Tegernseer Musiker „Oimara“ schlug ein wie eine Bombe und katapultierte sich in Windeseile auf die Nummer eins der deutschen und österreichischen Charts.

Lederer Gmoa
als Hühnerstall

Dementsprechend zog sich der Hit auch wie ein roter Faden durch die närrischen Gruppen. Von überall schallte das Lied und sorgte für ausgelassene Stimmung – sowohl in den Zuschauerreihen als auch bei den Zugteilnehmern. Die Edlinger beispielsweise waren sowohl als Clowns als auch als Cowboys vertreten –- inklusive „Wanted“-Preislisten der SG-Vereinsmitglieder. Und auch die „Tschug Bar“ präsentierte sich in musikalischem Glanz, indem sie Elvis zu seinem 95. Geburtstag würdigte. Der Slogan: „Elvis lebt!“

Die Showtanzgruppe Attel folgte gleich nach der Burg der Stadtgarde Wasserburg, die mit eindrucksvollen Hebefiguren die zahlreichen Schaulustigen am Wegesrand begeisterten.

Die Veranstalter, die „Lederer Gmoa“, zeigten sich als wild gackernder Hühnerstall, ließen beim Umzug durch die Gassen der Altstadt jedoch keine Federn. Vorstand Robert Stegmaier verteilte mit Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl, der mit ihm in einer Pferdekutsche saß, Bonbons. Das Maskottchen, die „Lederer Gmoa Sau“, wurde vom Zweiten Bürgermeister Werner Gartner gelenkt.

Die KLJB Rieden/Soyen zeigte sich in Form eines Getränkemarkts und stellte mehrer Drinks dar – von der Jack-Daniels-Flasche über das Unertl-Weißbier bis hin zum Flötzinger-Bierkasten. Die Evenhausener verwandelten den Ameranger Ortsteil kurzerhand in ein „Hard Rock Café“ inklusive „Hells Bells“ auf dem Weg zum „Highway to Hell“ und die „Bomshama Jacuzzi Boda“ planschten ausgelassen im kühlen Nass.

Die „Justatila“ verwandelte Alteiselfing in ein olympisches Dorf mit außergewöhnlichen Disziplinen: „Rauchen, Saufen und Fressen“. Ihr Wagen zierte der Name „Maibaum-Olympiade“ und verwies so auf die anstehenden Maibaumfeste in der Gegend. Die Wasserwacht Wasserburg am Inn überwachte die Baustellen der Region, während die „Selbstständigen vo Stoanaring“ die Politik aufs Korn nahmen: Der Wagen glich einem Affenkäfig, denn Deutschland sei das „größte Affenhaus der Welt“, das von Politikern aus dem Bundestag mit Bananen gefüttert werde. Die Wasserburger CSU („Cool, Sexy, Unwiderstehlich“) präsentierte sich mit dem Kunstobjekt des silbernen Pudels.