Pittenhart – „Das Geheimnis eines langen Lebens liegt darin, jeden Tag als Geschenk zu sehen und mit Dankbarkeit zu leben“, so steht es auf der Einladung, die Irma Eder zu ihrem 90. Geburtstag verschickt hat.
Als Irma Rothbucher 1935 in Höslwang geboren wuchs sie zusammen mit ihren fünf Geschwistern auf. Die Schulzeit verbrachte das zweite Kind von Maria und Englbert Rothbucher in Höslwang und Eggstätt.
Nach der Schulzeit, mit 13 Jahren, kam Irma zu ihren Großeltern nach Kitzing, da sie das Sacherl der Eltern ihrer Mutter später übernehmen sollte. Nachdem ihr Großvater verstorben war, entschied ihre Stiefgroßmutter anders und verkaufte das Anwesen. Irma zog wieder zu ihrer Mutter. An ihren Vater kann sie sich nur vage erinnern. Er fiel im Krieg, das Kommunionkleid, das er ihr schicken wollte, kam nie an. Ihr Weg führte Irma zum Hotel Seeblick am Pelhamer See, wo sie über zehn Jahre als „Mädchen für alles“ arbeitete.
Ende der 1960er-Jahre lernte sie beim Tanzen in Eggstätt Max Eder aus Taxenberg kennen. Im Oktober 1970 feierten die beiden ihre Hochzeit und zogen in ihr neu gebautes Haus in Hinzing. Drei Söhne wurden den glücklichen Eheleuten geschenkt. Im Juli 1971 kam Sohn Max auf die Welt, im Dezember 1973 Seppi und im April 1976 machte Markus die Eder-Familie komplett.
Für ihre Buben war und ist heute noch Irma eine treusorgende und liebende Mama. Der glücklichen Familie war zusammen nicht viel Zeit geschenkt, bereits im Mai 1987 starb der Ehemann und Vater an einer heimtückischen Krankheit. Der innige Zusammenhalt der Kinder mit ihrer Mama hat die Familie die schwere Zeit überstehen lassen. Drei Schwiegertöchter und fünf Enkelkinder gehören mittlerweile zu Irmas Familie und stehen ihr im Alltag stets zur Seite.
Einige Jahre nach dem Tod ihres Mannes, als die Buben mehr und mehr auf eigenen Füßen standen, kehrte Irma wieder ins Berufsleben und an ihren alten Arbeitsplatz beim Förg in Pelham zurück, wo sie bis zur Rente arbeitete. Die rüstige Hinzingerin hat eine große Leidenschaft für den Wald und mit einem ihrer Söhne im Wald zu arbeiten, ist für sie bis ins hohe Alter das Höchste. Nicht nur das große Holz muss aufgeladen werden, jedes Zweigerl und Asterl darf mit auf den Wagen. Wenn um das Haus genügend Brennholz aufgerichtet ist, dann ist die Eder Irma zufrieden.
Neben ihrem Haus, dem Garten und den Katzen und dem täglichen Lesen der Heimatzeitung hat für sie der Trachtenverein Almfrieden Aindorf-Pittenhart eine große Bedeutung. Ihr Mann Max, selbst ein eingefleischter Trachtler, war es, der seine junge Frau zum Pittenharter Trachtenverein brachte. An den Festtagen des Vereins trägt die Eder Irma mit Stolz das sogenannte „Röcki“ und den Priener Hut der Chiemgauer Tracht. Als vergangenes Jahr der Verein das 100-jährige Gründungsfest feierte, war sie selbstverständlich dabei.
Immer gut gelaunt, gesellig und zufrieden, das zeichnet die Jubilarin aus. Bei den Seniorennachmittagen ist sie ein gern gesehener Gast und sie fühlt sich im Kreis ihrer Nachbarinnen wohl. Als gläubige Christin gehört für sie auch der Kirchgang, anschließend der Besuch des Grabes ihres Mannes und ein kleiner Ratsch mit den Pittenhartern dazu.emk