Bad Endorf – Planungen, bei denen die Bahn in irgendeiner Weise beteiligt ist, setzen Geduld voraus. Das wissen eigentlich alle Bürgermeister im Landkreis und in Bad Endorf ist es nicht anders. Dort gibt es Planungen der Bahn, den beschrankten Bahnübergang bei Mauerkirchen zu ersetzen. Grund ist, dass die Strecke zwischen München und Salzburg ertüchtigt, also auch beschleunigt werden soll. Dem aber steht jeder Bahnübergang entgegen, denn er zwingt zu einer Temporeduzierung, was der optimalen Auslastung der Strecke entgegensteht.
Die ursprüngliche Idee der Bahn war es deshalb, den Bahnübergang durch eine Straßenunterführung zu ersetzen und diese Maßnahme, wenn möglich, zeitgleich zur sowieso geplanten großen Streckenerneuerung 2027 durchzuführen.
Mittlerweile aber hat sich herausgestellt, dass zumindest dieser Zeitplan nicht mehr zu halten sein wird: Die planerischen Vorarbeiten, unter anderem ein Planfeststellungsverfahren, werden sicher erst nach 2027 abgeschlossen werden. Womit klar wäre: Die Strecke wird nicht nur für die große Erneuerung ein halbes Jahr gesperrt werden, auch danach wird es noch einmal zu einer größeren Baustelle kommen. Denn aufgrund der Geländegegebenheiten – der Bahnübergang liegt an einem Hang – ist eine Unterführung ein anspruchsvolles Unterfangen.
Einfacher wäre es deshalb natürlich, gleich ganz auf die Kreuzung von Bahn und Straße zu verzichten, weshalb die Bahn nun von der Gemeinde wissen wollte, ob das eine vorstellbare Möglichkeit sei. Schließlich wird die Straße dort hauptsächlich von landwirtschaftlichem Verkehr genutzt.
Dem Endorfer Gemeinderat war auf seiner jüngsten Sitzung aber auch ohne lange Diskussion klar: Ein Verzicht auf den Bahnübergang steht nicht zur Debatte. Denn auch wenn es überwiegend Traktoren sind, die dort fahren: Diese durch die Auflösung des Bahnübergangs zu einem Umweg mitten durch den Ort zu zwingen ist weder den Anliegern noch den Bauern zuzumuten. Andererseits besteht die Gemeinde keineswegs auf den Bau einer Unterführung – für sie ist der beschrankte Bahnübergang an dieser Stelle durchaus ausreichend. jt