Samerberg – Vandalismus an Schildern, die auf Schutzgebiete in den heimischen Bergen hinweisen, ist keine Seltenheit. Ein aktuelles Beispiel betrifft die Hochries. Hier haben Unbekannte ein Schild beschädigt, das auf das Wald-Wild-Schongebiet am Karkopf hinweist. Die Fußspuren zeigen, dass Bergwanderer ohne Schild nicht wissen, dass sie sich dort in einem Schutzgebiet befinden und durch einen eigentlich gesperrten Bereich laufen.
Das beschädigte Schild haben Marc Oliver Otto, der Naturschutzreferent der Alpenvereinssektion Rosenheim, und Robert Brenninger, Wegewart im Hochries-Gebiet, mittlerweile wieder ersetzt. Die Rosenheimer Sektion weist darauf hin, dass solche Taten nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die betroffenen Gebiete haben, sondern auch langfristige Schäden an der Biodiversität und den Ökosystemen verursachen können.
Diese Schilder sind wichtig, um Wanderer und Wintersportler darauf aufmerksam zu machen, dass sie bestimmte Bereiche meiden sollten, um die dort lebenden Wildtiere nicht zu stören, wie etwa das vom Aussterben bedrohte Birkhuhn. Die seltenen Vögel benötigen diese Ruhezeiten, um Energiereserven für den Winter zu sparen. Eine Flucht verbraucht sehr viel Energie, die im Winter nur schwer ersetzt werden kann und zum Tod der Tiere führt. Die ausgewiesenen Schongebiete sollen deshalb vom 15. Dezember bis zum 30. April nicht betreten werden. Auch im April, wenn die Balzzeit beginnt, sollten Störungen vermieden werden, da sie für den Fortbestand dieser Art kritisch seien, so der Alpenverein. Auch Gämsen seien betroffen, da sie durch Flucht unnötig Energie verbrauchten und es zum Verbiss im Bergwald komme.
Wer Interesse an der Naturschutzarbeit des Alpenvereins hat, kann sich unter naturschutzreferent@dav-rosenheim.de melden.