Eggstätt – Pro Kindergartenjahr ein sogenannter SEJ-Praktikant, auch wenn es Auflagen geben sollte: Dem Antrag des Trägers der Kita Hartseewichtel stimmte der Gemeinderat dennoch mit 11:0 zu.
Im Vorfeld hatte Geschäftsleiter Johannes Halser den Antrag von Dorfkinder Plus näher erläutert. Das Sozialpädagogische Einführungsjahr (SEJ) ist Bestandteil der Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft, Auszubildende absolvieren dafür ein Kita-Jahr in einer entsprechenden Einrichtung. Im Antrag des Trägers heißt es weiter, dass die Kita Hartseewichtel davon profitieren können. Denn eine SEJ-Kraft unterstütze die Arbeit des pädagogischen Teams, das dadurch mehr Zeit für einzelne Kinder oder spezielle Projekte bekomme. Und langfristig könne man so möglichem Personalmangel entgegenwirken.
Halser erklärte, dass bis August 2024 eine SEJ-Praktikantin bei den Hartseewichteln arbeitete, die seinerzeit von der Gemeinde eingestellt wurde. Für die aktuelle Trägerschaft durch die Dorfkinder PLUS GmbH gebe es allerdings noch keine schriftliche Vereinbarung für den zukünftigen Einsatz von SEJ-Praktikanten. Die monatlichen Arbeitgeberkosten belaufen sich auf etwa 1100 Euro. Da sich das Ausbildungssystem geändert habe, gebe es weniger SEJ-Bewerber. Um aber zeitnah auf Bewerbungen reagieren zu können, beantrage der Träger nunmehr eine pauschale Vereinbarung.
Katharina Weinberger (Grüne) befürwortete den Antrag. Es gehe um ein Jahr Ausbildung und bringe Mehrwert. Geschäftsleiter Halser wandte ein, dass sich dies auf die Defizitvereinbarung auswirke. Das Landratsamt habe aber noch keine Genehmigung erteilt. Und auch der Haushalt 2025 sei noch noch zu beschließen. Bürgermeister Christoph Kraus (FBE) ergänzte, dass das Landratsamt dies durchwinken könne, eventuell aber dann verbunden mit Auflagen wie höheren Elternbeiträgen. Hans Plank (CSU) gab zu: „Ok, der finanzielle Rahmen ist beschränkt.“ Dennoch regte er an, die Praktikumsstelle freizugeben, denn sonst fehlten langfristig Fachkräfte. Gerhard Eder (ÜWG) sah das ähnlich. Eine solche pauschale Zustimmung gelte nicht für die Ewigkeit. „Das ja,“ sagte Bürgermeister Kraus. Aber wie sehe es mit den Elternbeiträgen aus? Er finde: „Leistung muss was wert sein.“ Man könne dem Antrag schon zustimmen, aber müsse gegebenenfalls auch Auflagen hinnehmen. „Das müssen wir dann durchstehen.“
Dem Beschlussvorschlag folgte das Gremium mit 11:0. Die damit verbundenen Kosten werden als Teil der Jahresrechnung der Einrichtung von der Gemeinde übernommen. elk