Frasdorf – 35 Jahre lang war Heinrich Rehberg aus Wildenwart-Reith für die Leser des Oberbayerischen Volksblatts als lokaler Berichterstatter unterwegs. Berichte aus erster Hand aus den Gemeinden Frasdorf und Aschau mit dem Autorenkürzel „reh“ informierten aus den Rathäusern, über das Vereinsleben sowie zu vielen weiteren Ereignissen. Nunmehr hat Heini Rehberg aus gesundheitlichen Gründen Stift, Notizblock und Kamera zur Seite gelegt. Ein Rückblick mit vielen Erinnerungen zeugen von Fleiß und Leidenschaft – nicht nur als freiberuflicher Reporter, sondern auch im Beruf und in verschiedenen Ehrenämtern.
21448 Berichte
auf dem Computer
In Zahlen ausgedrückt hat Heinrich Rehberg Unglaubliches geschrieben und geleistet. Allein ab 2008 hat ein neuer Computer insgesamt 21448 Berichte für Aschau, Frasdorf und Wildenwart zusammengezählt und dabei 170390 Bilder abgespeichert. Begonnen hat die Berichterstattung 1990 für die Wildenwarter Vereine, 1992 gab es die ersten Berichte aus dem Frasdorfer Gemeinderat und 1993 folgten ein Praktikum in der OVB-Redaktion sowie eine Ausbildung zum Diplom-Berater beim Bundesverband für den Selbstschutz.
Zu den Großereignissen seit der Berichterstattungsübernahme im Jahr 2003 für die Gemeinde Aschau gehörten unter anderem die dortige Landesausstellung 2008, die jährlichen Chiemgauer Gedenkmessen auf der Kampenwand oder der Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen. Rückblickend auf die Zeit, als Beruf und Freiberufliches noch unter einen Hut zu bringen waren, erklärt Heinrich Rehberg: „Ohne die Telefondienste meiner Ehefrau Hildegard wäre es schlichtweg nicht gegangen.“
Der berufliche Werdegang des Heimat-Journalisten begann nach dem Abitur am Ludwigsgymnasium München mit einer zwölfjährigen Bundeswehrzeit (mit Abschluss als Oberstleutnant der Reserve). Es folgten Leitungsaufgaben beim Bundesverband für Selbstschutz sowie Verantwortung als Abteilungsleiter und Standortleiter beim DRK-Suchdienst in München bis zum Rentenbeginn 2014. Gerade die Einzelnachforschung nach Namen, Angehörigen und Schicksalen von Kriegsteilnehmern wurde dabei zu Rehbergs Spezialgebiet.
Ehrenämter waren für Heinrich Rehberg immer eine selbstverständliche Pflicht. Ob Vorsitzender im Elternbeirat der Wildenwarter Grundschule, als Gemeinderat in Frasdorf (1996 bis 2014), als Sammler, Beirat, Schriftführer und Vorstandsvorsitzender für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, als Erster und Zweiter Vorsitzender des Veteranen- und Kriegervereins Wildenwart (1982 bis 2018), als Beisitzer der Interessengemeinschaft der Krieger- und Veteranenvereine mit den Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim, als Schriftführer des Trachtenvereins „Die lustigen Wildenwarter“ (1985 bis 2011) oder als Gaupressewart des Chiemgau-Alpenverbandes (1995 bis 2009) – Heinrich Rehberg war stets mit Notizen und Berichten sowie mit Rat und Tat zur Stelle.
Zahlreiche Auszeichnungen würdigten das Lebenswerk in Beruf und Ehrenamt. Unter anderem erhielt er das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten, die Kommunale Verdienstmedaille des Bayerischen Innenministeriums, die Goldene Ehrennadel des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, das Silberne Protektoratsabzeichen vom Schützengau Chiemgau-Prien oder das Goldene Ehrenzeichen der IG Rosenheim. Weitere Auszeichnungen gab es von Wildenwarter Ortsvereinen.
Im Rahmen der offiziellen Verabschiedung würdigten die stellvertretende Chefredakteurin der OVB-Heimatzeitungen, Rosi Gantner, und Eva-Maria Gruber, Chefin vom Dienst Print, die wertvolle Tätigkeit von Heinrich Rehberg für das Oberbayerische Volksblatt und dankten ihm mit einem Präsent.
Rosi Gantner betonte: „Als Berichterstatter war Heinrich Rehberg nicht nur ein Augenzeuge der Geschichte, er war ein aktiver Mitgestalter. In den vergangenen 35 Jahren hat er uns mit seinen Berichten und Geschichten immer wieder gezeigt, wie tief seine Verbundenheit zu dieser Region und den Menschen hier ist. Er hat nicht nur über Ereignisse berichtet, sondern auch das Leben und die Seele dieser wunderbaren Gegend eingefangen. Mit seiner Feder hat er das Bild von Frasdorf und Aschau sowie seiner Umgebung lebendig und für alle Leser greifbar gemacht. Wir danken ihm sehr dafür.“