Riedering – „Eigentlich wollten wir über Instagram nur Nachwuchs finden“, sagt Korbinian Schmitzberger. Der stellvertretende Kommandant hat den Ball ins Rollen gebracht und 2022 einen Account für die Feuerwehr Riedering erstellt. Dort werden mittlerweile regelmäßig sogenannte Reels – kurze Videos, die auf Instagram beliebt sind – gepostet.
Eines davon kam bei den Nutzern besonders gut an. Am 3. Februar teilte die Feuerwehr Riedering ein kurzes Video, in dem sie Werbung für die Festwoche zu ihrem 150. Jubiläum macht. Auf einmal schossen die Aufrufzahlen in die Höhe. Bis zu 2,5 Millionen Menschen hatten das Video gesehen. „Wir haben damit nicht gerechnet“, sagt Schmitzberger. Die ganze Mannschaft sei sehr überrascht gewesen. „Das hat was mit uns gemacht. Wir waren kurzzeitig schon ein bisschen nervös“, betont der Feuerwehrler. Man sei auf einmal so präsent gewesen.
Eigenes
Social-Media-Team
Hinter den Videos auf dem Instagram-Account steckt ein ganzes Social-Media-Team, wie Schmitzberger erzählt. „Wir haben mittlerweile eine eigene Gruppe, die im kleineren Kreis bestimmte Sachen vorbereitet.“ Die Leute brauche man, ansonsten funktioniere es nicht. Alle fünf Mitglieder sind im Alter zwischen 20 und 33 Jahren.
So ein Video ist nicht mal eben schnell gemacht. „Es nimmt schon viel Zeit in Anspruch“, sagt Florian Weigel, der ebenfalls Teil des Social-Media-Teams ist. Das beginne schon mit der Vorbereitung. „Man macht sich vorab Gedanken über das, was man braucht“, sagt Weigel. Anschließend werden andere Mitglieder der Feuerwehr rekrutiert, die beim Dreh mitwirken – entweder vor oder hinter der Kamera. „Bis zu sechs Stunden drehen wir dann die Videos“, so Weigel. Das können schon mal 15 an einem Tag sein.
Inspiration findet das Team vor allem auf Instagram. „Natürlich schaut man sich ein bisschen was ab“, erklärt Weigel. Dennoch orientiere man sich vor allem an Videoideen, die in Deutschland bisher weniger bekannt sind. Nach dem Drehtag kommt das Material in den Schnitt. „Das geht eigentlich relativ schnell“, sagt Weigel. Pro Reel sei man etwa eine Stunde beschäftigt. „Kommt immer darauf an, wie aufwendig das Video ist“, erklärt er.
Neben Schmitzberger und Weigel gehören auch noch Ronja Moosrainer, Marina Rumpl und Irmi Kalbas zum Team. Irmia Kalbas spielt in einem der meistgeklickten Videos selbst mit. Dort ist zu sehen, wie sie von einem anderen Feuerwehrler eine „Watschn“ bekommt und dann Zuschauer zur Festwoche in Riedering einlädt.
Es hat 1,4 Millionen Aufrufe. Unter dem Video finden sich Weigl zufolge auch kritische Kommentare. „Natürlich haben einige gefragt, warum da jetzt eine Frau geschlagen wird“, sagt Weigel. Da die Riederinger Feuerwehr aber gemischt sei, habe man gar keine Rücksicht darauf genommen, ob ein Mann oder eine Frau die „Watschn“ bekommt.
Insgesamt kommen die Videos gut an. „Einzelne Ausnahmen waren Sprüche wie ‚dafür gehen unsere Steuergelder drauf‘ oder ‚was dabei alles hätte passieren können‘“, erzählt Weigel. Zu Herzen nehmen sich die Feuerwehrler die Kommentare nicht, denn ein Großteil des Feedbacks ist positiv.
Die Riederinger sind mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus bekannt. „Ich war vor Kurzem auf einem Festival in Österreich“, erzählt stellvertretender Kommandant Korbinian Schmitzberger. Dort seien Leute aus Kärnten auf ihn zugekommen, die die Videos gesehen hatten. „Die Reichweite ist extrem“, betont Schmitzberger. Auf Instagram habe man viele Nachrichten bekommen. „Einige haben sogar gefragt, ob sie das nachmachen dürfen“, so der Feuerwehrler. Durch die Beiträge konnten sie außerdem knapp 2000 Follower hinzugewinnen.
Obwohl die Videos so erfolgreich sind, kam die Idee nicht sofort bei allen gut an. „Ein paar wenige waren am Anfang eher zurückhaltend“, erzählt Korbinian Schmitzberger. Sie hätten aber relativ schnell gemerkt, dass es auf Instagram großen Anklang findet. „Mittlerweile sind sie voll auf unserer Seite und unterstützen uns“, betont Schmitzberger.
Noch einige
Videos geplant
Warum die Videos so gut geklickt werden, wissen er und Florian Weigel nicht. Weigel hat allerdings eine Vermutung: „Es gibt viele freiwillige Feuerwehrleute in Deutschland. Über Instagram erreicht man diese Community.“
Fans dürfen sich auf jeden Fall freuen, denn es sollen noch einige Videos kommen. „Wir haben unter anderem mit der Brauerei Flötzinger etwas geplant“, verrät Korbinian Schmitzberger. Nach und nach werden die Beiträge in den kommenden Wochen auf dem Instagram-Kanal der Feuerwehr Riedering ausgespielt. Und auch Nachwuchs hat sich schon gemeldet.