Nußdorf – Mit tosendem Applaus und vielen herzhaften Lachern wurde die Premiere der ländlichen Komödie „Banditn Bagasch“ von Ralph Wallner gefeiert. Das Theaterensemble des Nußdorfer Trachtenvereins präsentierte im sehr gut gefüllten Saal des Schneiderwirts eine rundum gelungene Inszenierung voller Humor, schräger Typen und herrlicher Verwechslungen.
Schon die erste Szene entführte das Publikum in die leicht düstere Waldschänke „Zum hängenden Hansl“, wo der gerissene Wirt Hallimasch (großartig gespielt von Andi Weyerer) mit seiner Banditenfamilie das kriminelle Geschäft mit übernächtigten Gästen betreibt. Der „bewährte“ Schlaftrunk aus giftigen Schwammerln, gebraut von der schrulligen Wilma (Angelika Rank mit perfektem Gespür für Skurrilität), sorgt schon bald für unerwartete Turbulenzen.
Besonders glänzt Peter Oberauer in einer anspruchsvollen Doppelrolle des Gauners Rupp von Reizker und dessen geheimnisvollen Zwillingsbruders mit großer Wandlungsfähigkeit, feinem Humor und klarer Charakterzeichnung. Durch präzise Mimik, Stimme und Spiel schafft er es, zwei völlig unterschiedliche Figuren überzeugend und unterhaltsam auf die Bühne zu bringen. Gemeinsam mit seinem flinken Komplizen Pfiff (Markus Weyerer) bringt er das Spiel um Lug, Trug und Identitätsverwechslung so richtig ins Rollen. Lia, gespielt von Christl Weyerer, ist die clevere und selbstbewusste Tochter von Hallimasch und Pfeifn-Paula, die sich geschickt in die krummen Machenschaften ihrer Familie einmischt. Mit Charme und Köpfchen sorgt sie dafür, dass so mancher Plan nicht ganz so läuft wie gedacht – sehr zum Vergnügen des Publikums.
Ein weiteres Glanzlicht des Abends war der Auftritt von Trinkgeld-Resi, herrlich frech und mit spitzer Zunge verkörpert von Petra Resch. Ihre trocken servierten Kommentare und das unerschütterliche Auftreten mitten im Wahnsinn der Handlung sorgten für zahlreiche Lacher und avancierten zum heimlichen Höhepunkt der Vorstellung.
Auch die weiteren Rollen überzeugten auf ganzer Linie: Schlitzer-Vinz, dargestellt von Andi Weyerer, ist ein großspuriger Möchtegern-Ganove, der mit lautem Auftreten Unruhe stiftet. Pfeifn-Paula, gespielt von Christine Dräxl, die resolute Frau des Wirts Hallimasch, sorgt mit ihrer scharfen Zunge und ihrem energischen Auftreten für zusätzliche Würze im turbulenten Geschehen.
Das gesamte Team hinter der Bühne – von den Souffleusen Marlies Oberauer und Carolin Dettendorfer über Maskenbildnerin Christine Dettendorfer bis hin zum Bühnen- und Lichtteam – leistete hervorragende Arbeit. Mit viel Liebe zum Detail und Gespür für bayerisches Lokalkolorit verwandelte das Nußdorfer Ensemble die Bühne in die urige Waldschänke „Zum hängenden Hansl“ und schuf eine stimmungsvolle Kulisse für einen ebenso spannenden wie humorvollen Theaterabend, der das Publikum restlos begeisterte.
Zu verdanken ist dies der präzisen Regiearbeit ebenso wie dem großartigen Zusammenspiel im Ensemble. Mit viel Herzblut, Spielfreude und einem sicheren Gespür für den feinen Grat zwischen Klamauk und feinem Humor setzten die Schauspieler die turbulente Handlung gekonnt in Szene – von der ersten bis zur letzten Minute.
Das Publikum dankte es mit lang anhaltendem Applaus und großer Begeisterung. Insgesamt ein herrlich schräger Abend voller Lacher – mit der „Banditn Bagasch“ beweist das Nußdorfer Theaterensemble einmal mehr, wie lebendig und unterhaltsam Laienspiel sein kann.Volkhard Steffenhagen