Geschichte im Kieferer Blaahaus lebendig gemacht

von Redaktion

Münchner Inklusionsschüler entdecken Industriegeschichte, Handwerk und örtliche Theatertradition

Kiefersfelden – Geschichte hautnah erleben, das konnten die Schüler und Sonderschulpädagoginnen der „Pfennigparade Phoenix Schule München“ (Inklusive Bildung und konduktive Förderung) jetzt im Kieferer Heimatmuseum „Blaahaus“. Nach „einer kurzweiligen Anfahrt“, so Klassensprecherin Elisa, wurden sie auf dem großzügigen Freigelände vor dem Museum in Empfang genommen und nach kurzer Vorstellungsrunde bereits von Architekt Markus Burkholt, dem Ausstellungsgestalter, in die industrielle und kulturelle Geschichte Kiefersfeldens geführt. Dabei stellte er „die fünf Personen vor, deren Geschichte hier in dem Haus erzählt wird“. Angefangen beim Köhler Josef Georg Schmalz, der die Kinder mit auf die Reise in die Köhlerei nahm. Bei der Holzbeschaffung und dessen Verkohlung bis hin zur Energieversorgung des Eisenwerks spielte er eine wesentliche Rolle, der er auch als leidenschaftlicher Theaterspieler nachkam, und in seiner Freizeit schrieb er auch noch Theaterstücke für das Kieferer Volkstheater. Franz Haidacher war, wie auch sein Vater und Großvater, im Eisenwerk mit der Verarbeitung des Eisenerzes beschäftigt, aus dem dann Hubert Gabenstetter in der Sensen-Union im Ortsteil Mühlbach Sensen für die ganze Welt schmiedete. In einem ganz anderen Metier verdiente Martin Tiefenthaler das Geld für sich und seine Familie. Als Steinmetzmeister im Marmorwerk zeigte er seine kreative Begabung und schuf zusammen mit seiner Arbeitskollegin, der Mosaiklegerin Gertraud Kuen, schöne Marmorverkleidungen an Gebäuden oder farbenprächtige Mosaiken auf Freiflächen und Plätzen. Und trotz der oft harten und langen Arbeitstage hatten die damals Lebenden immer noch Zeit, als Laienschauspieler im Volkstheater Ritterschauspiele mit seiner einzigartigen Drehkulisse eine lebendige Tradition in Kiefersfelden zu schaffen. Genauso wie auch die Musikanten, die auf historischen Instrumenten die Menschen begeisterten.

So erfuhren die Inklusionsschüler und deren Lehrerinnen und Betreuer in rund 90 Minuten in einen lebendigen Streifzug die industrielle Geschichte Kiefersfeldens.

Elisa, die 13-jährige Klassensprecherin, war begeistert von der Führung. „Am besten haben mir die Musik und das Theater gefallen, denn ich habe selbst schon mal Theater in einem Schulprojekt gespielt.“ Sehr gut fand sie, „dass hier so viele alte Erinnerungen gezeigt worden sind. Das habe ich nicht gewusst.“ Und dann rief Klassenleiterin Christina Pfitzenmaier alle auf zur Brotzeit, die am sonnigen Wasserspielplatz vor dem Heimatmuseum gemacht wurde, bevor es wieder auf die Heimreise nach München ging. hko

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