Jäger und Waldbauern gefordert

von Redaktion

Waldumbau, Wildschutz und Biosicherheit im Fokus bei Hegeschau in Aschau

Aschau – Mit den künftigen Aufgaben nicht nur der Jäger in Sachen Wald beschäftigten sich die rund 250 Besucher der Hegeschau der Hegegemeinschaften III bis VI, zu der die „Jägervereinigung Rosenheim“ in die Festhalle in Hohenaschau eingeladen hatte. Waldumbau, Winterfütterung und Waffengesetze waren unter den behandelten Themen.

Aufgabe für die
Gesamtgesellschaft

Der Vorsitzende der „Waldbauernvereinigung Rosenheim“ Alois Kalteis rief die Jäger auf, Verständnis für den Waldumbau hin zu einem „klimatoleranten Wald“ zu haben. Der Wald habe nicht nur eine ökologische Funktion, sondern sei auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Im Gebirge sei er zudem Schutzwald. Jäger und Waldbauern müssten beim Schutz des Walds, der eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, zusammenarbeiten. Der stellvertretende Landrat Josef Huber stellte in seinem Grußwort fest, dass es in einigen Bereichen, etwa beim Waldumbau, Probleme gibt, „aber ich bin Optimist, wir werden Lösungen finden“. Wichtig sei, dass die Jäger verstehen, „dass wir Naturverjüngung brauchen“, und dass sich Jäger und Grundeigentümer ihrer Verantwortung bewusst seien.

Der Vorsitzende der Jägervereinigung Jakob Hündl senior schließt sich dem an: „Jeder muss seine Verantwortung wahrnehmen.“ Die Frage sei nicht, ob Wald vor Wild oder Wild vor Wald gehe, „Wald mit Wild“ sei die Lösung. Dafür sei ein Miteinander aller Beteiligten erforderlich, „anders funktioniert es nicht“.

Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler Sepp Lausch sicherte den Anwesenden zu, dass sich seine Partei um die Probleme der Jäger und Bauern kümmern werde. Dafür stehe Hubert Aiwanger. Dies gelte auch für den Biber, der „im Landkreis Rosenheim ein nicht kleines Problem darstellt“. Bei unterschiedlichen Interessen müsse aber auch auf die Durchsetzung eigener Interessen verzichtet werden: „Allen Menschen Recht getan ist eine Kunst, die keiner kann.“

Der Leiter des Veterinäramts Dr. Ernst Andiel rief die Jäger angesichts der jüngsten Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche auf, auf Biosicherheit zu achten. Sie sollten keine Jagdreisen in die gefährdeten Gebiete in Ungarn und der Slowakei unternehmen und nicht mit Jagdgegenständen wie Kleidung oder Schuhen in den Stall gehen. Gegen die Blauzungenkrankheit empfiehlt er eine Impfung. Seine guten Nachrichten: Beim Rotwild-Monitoring sind im Landkreis Rosenheim keine Tuberkulosefälle gefunden worden, und für im Landkreis erlegte Füchse erhalten die Jäger eine Aufwandsentschädigung von zehn Euro. Von der Jagdbehörde am Landratsamt kam die Aufforderung, die neuen Abschusspläne einzureichen, die Verlängerung der Jagdscheine rechtzeitig zu beantragen und sich über die Neuregelungen beim Waffenrecht zu informieren und die Vorschriften einzuhalten.

Darüber, dass eine falsch durchgeführte Winterfütterung mehr Schaden als Nutzen zur Folge hat, informierte Berufsjäger Wolfgang Kampa. So könnten eine falsche Futterzusammensetzung oder Bejagung an der Futterstelle sogar zu einem erhöhten Verbiss führen.

Blick auf den
Abschussplan

Im Jagdjahr 2024/2025 wurden in der Hegegemeinschaft IV „Chiemsee West“ 1304 Stück Rehwild erlegt, was einer Erfüllung des Abschussplans von 99,7 Prozent entspricht. In der Hegegemeinschaft V „Riedering“ waren es 630 Tiere (95,1 Prozent), in der Hegegemeinschaft VI „Hofstätter See“ 844 Tiere (99,4 Prozent), in der Hegegemeinschaft III „Kampenwand“ 753 Tiere (78,0 Prozent). In letzterer wurden zudem 126 Stück Gamswild (76,8 Prozent) und im Bereich des Abschussplans 155 Stück Rotwild erlegt (92,8 Prozent). In dem Bereich, für den es keinen Abschussplan gibt, wurden 178 Stück Rotwild erlegt.

Zur Weiterbildung ihrer Mitglieder bietet die Jägervereinigung unter anderem einen Hundekurs und eine Jagdschule an. Näheres dazu findet sich auf „bjv-rosenheim.de“.

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