Rohrdorf – Der Weihnachtsmarkt Achenmühle musste sich jüngst von zwei äußerst aktiven Mitgliedern verabschieden. Beide Frauen brachten sich seit Gründung des Vereins im Jahr 1990 mit wertvollen Tipps und Anregungen in die Vorbereitungen der jeweiligen Märkte in besonderem Maße ein.
Es wird kaum eine Weihnachtskrippe in der ganzen Umgebung zu finden sein, in der nicht die von Maria Staudacher liebevoll gestalteten und mit Wolle umwickelten Schäfchen stehen. Unzählige Unikate sind in den vielen Jahren entstanden – so lange eben ihre Kraft ausreichte, diese Arbeiten für sie zufriedenstellend auszuführen. Aber sie hat frühzeitig vorgesorgt! Ihr Wissen und Können gab sie bereits vor mehreren Jahren an die jüngere Generation weiter. Sie hat gezeigt, auf was es beim „Schäfchenanziehen“ ankommt. So lange es ihr möglich war, saß sie bei den alle drei Jahre stattfindenden Weihnachtsmärkten zusammen mit Maria Schmid in der „Guten Stube“ am Spinnrad. Dort demonstrierten sie für die vielen interessierten Zuschauer die Kunst, wie aus roher gewaschener Wolle der Faden zum Stricken von Socken und Mützen entsteht.
Für Maria Schmid standen stets die verschiedensten Arbeiten für den Weihnachtsmarkt an erster Stelle. Zentnerweise sammelte sie Birnen und Zwetschgen und trocknete die vorbereiteten Früchte, um dann beim nächsten Markt die Zutaten für das bekannte „Kletzenbrot“ zu liefern. Mit großer Hingabe sammelte sie Kräuter für Tinkturen und Öle und strickte Socken, Mützen, Strümpfe und Jacken in allen Größen. Immer wieder überraschte sie mit neuen Ideen und Vorschlägen.
Aber das Wichtigste war ihr das wöchentliche Arbeiten im Bastelraum des Weihnachtsmarktes. Jeden Dienstag pünktlich um 19.30 Uhr kam sie zum alten Schulhaus – dem jetzigen Haus der Vereine – nach Höhenmoos. Zum Schluss hin wurde ihr das Treppensteigen in den zweiten Stock des Hauses immer mühsamer. Aber sie kam noch bis vier Wochen vor ihrem Tod, um dabei zu sein. Ihre Arbeit bestand seit langer Zeit darin, die vielen handwerklich hergestellten Stücke zu „verschönern“ und ihnen mit etwas Gold-Glitter den letzten Schliff zu verleihen.
Maria Schmid und Maria Staudacher hinterlassen eine große Lücke. Durch ihr Engagement für eine gute Sache, ihre Freude am Mitgestalten und ihre Ausdauer und Leidenschaft über mehr als drei Jahrzehnte hinweg waren sie und bleiben sie Vorbilder.