Samerberg plant Zukunft der Feuerwehr

von Redaktion

Fachbüro prüft Ausstattung – Kritik an externer Planung

Samerberg – Die Gemeinderatsmitglieder Thomas Schmid und Wolfgang Ull stellten in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Antrag für eine Feuerwehrbedarfsplanung am Samerberg. Sie wiesen in ihrem Antrag darauf hin, dass die Gemeinde laut Bayerischem Feuerwehrgesetz dazu verpflichtet sei, eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten. Nun gibt es am Samerberg gleich drei freiwillige Feuerwehren. Um dieser Verpflichtung effektiv und vorausschauend nachkommen zu können, soll nun eine Feuerwehrbedarfsplanung einen besseren Überblick verschaffen.

Konzept lediglich
ein „Vorschlag“

Thomas Schmid warnte zudem vor Betriebsblindheit. Jede der Feuerwehren am Samerberg wolle nur das Beste, oft fehle aber der Blick von außen, der auch mal eine andere Sichtweise bringen könne. Die Umsetzung des Konzepts sei kein Muss, sondern lediglich ein Vorschlag, was gemacht werden sollte, sofern es für die Gemeinde finanziell machbar sei.

Bereits in den Jahren 2014 und 2021 wurde laut Wolfgang Ull vom Landratsamt Rosenheim nahegelegt, eine solche Bedarfsplanung in Betracht zu ziehen. Beide betonten in ihrem Antrag, dass durch die Planung die Ermittlung des aktuellen und zukünftigen Bedarfs ermöglicht werde. Außerdem werde sichergestellt, dass Fahrzeuge und Geräte gegenüber der Personalstärke den gesetzlichen und praktischen Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig ermögliche eine langfristige Umsetzung die genaue Kostenplanung und Effizienzsteigerung der Investitionen. Zu guter Letzt würden durch das Nachkommen der gesetzlichen Verpflichtungen auch die Haftungsrisiken minimiert werden.

Die Kosten einer solchen Bedarfsplanung durch ein Fachbüro belaufen sich laut Erstem Bürgermeister Georg Huber auf 5000 Euro aufwärts. Er habe sich bereits mit Kreisbrandrat Richard Schrank unterhalten. Er rate der Planung weder zu, noch ab. Die Feuerwehren seien nicht immer glücklich gewesen, da die Ergebnisse oft nicht den Vorstellungen aus den eigenen Reihen entsprechen würden.

Bürgermeister Georg Huber ist der Meinung, dass die Kommunikation mit den Kommandanten reibungslos funktioniere. Im Publikum der Gemeinderatssitzung waren auch die Kommandanten der Feuerwehren Grainbach und Törwang anwesend. Beide betonten, dass sie durchaus positiv über eine Bedarfsplanung denken und das Konzept begrüßen würden. Auch Ehrenkreisbrandinspektor Hans Huber von der Feuerwehr Roßholzen/Steinkirchen war interessierter Zuhörer. Er betonte jedoch, dass die Feuerwehren am Samerberg gut aufgestellt seien. Sämtliche Brandeinsätze seien in der Vergangenheit immer zufriedenstellend verlaufen. Besonders bei der Wasserversorgung sei bei einer Feuerwehrbedarfsplanung Vorsicht geboten. So sei beispielsweise der Ortsteil Anker nach wie vor nicht optimal mit Löschwasser versorgt. Um die Versorgung zu so einem weit abgelegenen Ortsteil sicherzustellen, bedarf es laut Planung bestimmt einiges an finanziellen Mitteln und logistischen Hürden, welche die Wasserwarte der Gemeinde vor neue Herausforderungen stellen würden.

Ergebnis oft nicht zu aller Zufriedenheit

Er betonte, dass mindestens 80 Prozent der Gemeinden, die eine solche Feuerwehrbedarfsplanung in Anspruch genommen haben, hinterher unzufrieden waren, weil die Ergebnisse nicht umzusetzen seien und die Planung viel Geld gekostet hat. Hans Huber riet deshalb, die Fachleute vor Ort zu fragen. Es seien genügend Männer am Samerberg, die Dank der nötigen Ausbildung und der jahrelangen Erfahrung eine solche Planung selber erarbeiten könnten. Eine Erneuerung sei sehr wichtig, aber mit der Fremdplanung des Bedarfs sei er vorsichtig.

Bürgermeister Huber betonte, dass der Feuerwehrbedarfsplanung auf jeden Fall ein Gespräch mit dem Kreisfeuerwehrverband Rosenheim vorgeschaltet werden soll. Den Beschluss der Feuerwehrbedarfsplanung durch ein Fremdbüro wurde anschließend mit zehn zu drei bestätigt.

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