Samerberg startet Radwegekonzept

von Redaktion

Gemeinderat beschließt einstimmig – Fördermittel und Grundstücksgespräche im Blick

Samerberg – Bereits in der März-Sitzung des Samerberger Gemeinderats stand dieses Thema auf der Tagesordnung. Dabei ging es darum, das Herzstück des Projekts fahrradfreundliche Kommune umzusetzen.

Die Gemeinde und der extra organisierte Arbeitskreis für Rad- und Fußwege am Samerberg legten großen Wert auf einen Schul-Radweg zwischen Törwang und der Grundschule Samerberg. Nun stellte sich in der April-Sitzung des Gemeinderats heraus, dass dieses Projekt vorerst nicht umgesetzt werden kann.

Grundeigentümer will
vorerst nicht verkaufen

Hauptgrundstückseigentümer Josef Wimmer aus Törwang lehnte den Grundstückskauf gegenüber der Gemeinde vorerst ab. Es sei ihm bewusst, dass die Maßnahmen zur fahrradfreundlichen Kommune irgendwo ihren Anfang haben müssen, jedoch sei er erst mit dem Verkauf einverstanden, wenn ein ganzheitliches Fahrradwegekonzept vorliegen würde. Außerdem verstehe er nicht, weshalb der bestehende Weg von Törwang über die Samerberger Filze nicht als Schul-Radweg ausgebaut werden könne, der Weg durch die Filze von Grainbach zur Schule jedoch als Schulweg gilt.

Gemeinderatsmitglied Christine Eckert erläuterte, dass dies nicht möglich sei, da ein Schulweg immer offen einsehbar sein muss, was bei der Variante von Törwang durch den Wald schlichtweg nicht gegeben sei. Beim Weg von Grainbach nach Haus zur Grundschule führe der letzte Teilabschnitt nur entlang des Waldrands, sei dort sogar beleuchtet und jederzeit einsehbar.

Der Samerberger Gemeinderat lässt sich durch das vorerst geplatzte Vorhaben nicht entmutigen. Ganz im Gegenteil: Bürgermeister Georg Huber betonte, man dürfe nicht gleich aufgeben. Das Ziel sei nach wie vor da. In der jüngsten Sitzung wurde nun die Beauftragung eines Radwegekonzepts in Auftrag gegeben. Huber, Bauamtsleiter Bernhard Schönberger, Tourist-Informations-Leiterin Monika Schimanski und Thomas Schmid, Vorsitzender des Arbeitskreises für Rad- und Fußwege am Samerberg, haben sich bereits die Mühe gemacht, drei fachkundige Büros ausfindig zu machen und ein Angebot für ein ganzheitliches Radwegekonzept am Samerberg anzufordern. Bürgermeister Georg Huber betonte, dass es vor allem wichtig sei, ein Konzept in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Rosenheim zu erstellen, welches an die Radwege der Nachbargemeinden anschließt. Die Kosten dafür belaufen sich auf circa 10000 bis 20000 Euro. Gemeinderatsmitglied Christine Eckert betonte, dass sie in ihrer 20-jährigen Laufbahn im Gemeinderat viele Konzepte gesehen habe und es wichtig sei, ein Konzept in Auftrag zu geben, welches auch realistische und umsetzbare Ziele habe. Sei die Umsetzung eines Konzeptvorschlags doch auch gleichzeitig Eintrittskarte zum Fördertopf von Bund und Staat. Diese stellen laut Bürgermeister bis 2030 einiges an Geldern für Neu- und Ausbau an Radwegen zur Verfügung, sodass nur noch ein Viertel der Kosten durch die Gemeinde zu tragen wären. Außerdem sei ein gut umsetzbares Konzept zugleich eine bessere Argumentationsgrundlage für Gespräche und Verhandlungen gegenüber Grundstückseigentümern.

Der einstimmige Beschluss des Gemeinderates lautete, ein ganzheitliches Radverkehrskonzept zu beauftragen, das durch Fördermittel unterstützt werden kann und pragmatisch, effektiv und wirtschaftlich für die Gemeinde umzusetzen ist. Das Gremium aus Huber, Schönberger, Schimanski und Schmid möchte nach Eingang aller Angebote das effektivste für die Gemeinde herausfiltern und dem Gemeinderat vorstellen.

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