Nußdorf – Bei strahlendem Frühlingswetter wurde am Ostermontag in Nußdorf das traditionsreiche Hufeisenturnier ausgetragen – bereits zum 43. Mal trafen sich auf der Festwiese unterhalb des Heubergs 19 Mannschaften, um ihre Wurfkraft und Technik unter Beweis zu stellen. Seit 1979 wird dieses sportlich-gesellige Ereignis ausgerichtet, nur drei Mal musste es wetter- oder pandemiebedingt pausieren. Auch in diesem Jahr kämpften wieder 76 Teilnehmer, aufgeteilt in Teams zu je vier Spielern – davon höchstens zwei mit Turniererfahrung – um die begehrten Plätze auf dem Siegerpodest.
Am überzeugendsten präsentierten sich die „Hinterbergler Buam“ aus Nußdorf, die sich mit einem eindrucksvollen Ergebnis von 62:28 Punkten den ersten Platz sicherten. Dicht auf den Fersen landeten „De Rosserer“ auf dem zweiten Rang mit 59:31 Punkten. Platz drei erkämpfte sich der „Trachtenverein“, der mit 57:33 Punkten eine starke Leistung ablieferte. Die Siegerehrung übernahm Nußdorfs Zweiter Bürgermeister Helmut Brunner (CSU), der so begeistert vom Turnier war, dass er sich kurzerhand entschloss, als 125. Mitglied dem Hufeisenclub Nußdorf-Hinterberg beizutreten.
Wer glaubt, dass Hufeisenwerfen nur etwas für ältere Herren sei, wurde eines Besseren belehrt. Auch Teams mit deutlich jüngerem Durchschnittsalter mischten mit, ebenso wie die „Goaßler Mädel“, die sich mit 20:70 Punkten den 18. Platz sicherten. Der Sport erfreut sich immer größerer Beliebtheit – auch jenseits der Alters- und Geschlechtergrenzen – und hat sich längst zu einer festen Größe im regionalen Veranstaltungskalender entwickelt.
Hufeisenwerfen erinnert vom Ablauf her stark an den Stocksport, wie Hans Dräxl, Vorsitzender des Hufeisenclubs, erklärt. Es verlangt präzise Wurftechnik, ein gutes Auge und die Fähigkeit, auch mit Wind und Wetter zurechtzukommen. Für viele sei es weit mehr als ein Wettbewerb: „Es geht um Gemeinschaft, um Tradition und um das Zusammensein“, betont Zweiter Vorsitzender Bernhard Oberauer. Dank zahlreicher Sponsoren erhielt in diesem Jahr jeder Teilnehmer einen Preis – ein weiterer Ausdruck der großen Wertschätzung für dieses bodenständige Spiel.
Wessen Interesse geweckt ist, sollte sich Sonntag, 4. Mai, vormerken. Dann findet erneut auf der Nußdorfer Festwiese ein internationales Hufeisenturnier statt.