Große Veränderungen in Schonstett

von Redaktion

40 Bewohner und 63 Mitarbeiter von Schließung des Caritas-Heims betroffen

Schonstett – Das Caritas-Heim für Menschen mit Behinderung in Schonstett wird schließen. Das hat der Verband im März bekannt gegeben. Auch wenn es viele bereits ahnten, sorgte diese Nachricht dennoch für einen Schock: 40 Bewohner müssen umziehen, 63 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz wechseln. Wo werden die Menschen mit körperlichen Behinderungen nun wohnen? Wo kommen die Mitarbeiter unter? Wann schließt das Heim endgültig seine Türen? Es gibt viele offene Fragen. Petra Schubert, Regionalmanagerin der Caritas, steht Rede und Antwort.

Caritas sucht auch
Plätze in Altenheimen

Die Bewohner können laut Schubert schon mal aufatmen: Aktuell hat die Caritas für 35 der 40 Menschen mit Behinderung ein Angebot gefunden. Diese Wohnalternativen würden in einem Radius von rund 40 Kilometer um Schonstett liegen. „Für 20 Personen können wir einen Platz in unseren eigenen Einrichtungen anbieten“, erklärt sie. Dabei würden die Bewohner beziehungsweise deren gesetzliche Betreuungsperson entscheiden, welches Angebot angenommen werde.

Die Heimbewohner sollen laut Schubert nur dorthin umziehen, wohin sie auch wirklich wollen. Auch Angehörige sollen keine allzu weite Strecke für Besuche auf sich nehmen müssen. Der Verband habe vereinzelt auch freie Plätze in Altenheimen berücksichtigt. „Ein Teil der Schonstetter Bewohner ist dort aufgrund ihres hohen Lebensalters und der Pflegebedürftigkeit am besten untergebracht“, so Schubert. Für die Mitarbeitenden habe die Caritas als „große Organisation in der Region“ unterschiedliche Möglichkeiten, die Beschäftigung fortzusetzen, erklärt Schubert. „Wir sind hier in Zusammenarbeit mit der Mitarbeitenden-Vertretung, einer Art Betriebsrat, und in intensiven Gesprächen mit unseren Beschäftigten“, so die Regionalmanagerin.

Mittlerweile hätten sich laut Caritas viele mit der Schließung des Standorts und den damit verbundenen Veränderungen angefreundet – auch wenn die Reaktionen darauf von Person zu Person unterschiedlich verlaufen seien, erklärt Schubert. „Den Bewohnern ist es wichtig, dass wir in intensiven Gesprächen mit ihnen sind“, sagt sie.

Auch mit den Mitarbeitenden seien bisher drei Versammlungen abgehalten worden sowie ein Workshop, in dem der generelle Prozess beschrieben und ihnen ihre Rechte erläutert worden seien, so Schubert. Schonstett-Mitarbeitende würden bei Interesse in den nächsten Monaten im Einstellungsprozess von Caritas-Einrichtungen vorrangig behandelt werden. „Aktuell haben jedoch alle Mitarbeitenden noch ihren Arbeitsplatz in Schonstett. Es wird hier auch keine betriebsbedingten Kündigungen geben“, betont die Caritas.

Dass die Caritas den Standort in Schonstett aufgibt, liegt laut eigenen Angaben daran, dass die Kosten für den Erhalt des Heims zu hoch sind, wie die OVB Heimatzeitungen exklusiv berichtet hatten. Zudem sei in den alten Gebäuden kein modernes, inklusives Wohnen mehr möglich. Stattdessen wolle der Verband mehr auf kleinteiliges und Sozialraum-orientiertes Wohnen zurückgreifen. „Dabei ist es für uns wichtig, dass bereits eine Infrastruktur für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen vor Ort besteht. Sobald wir passenden Wohnraum in der Region zur Miete angeboten bekommen, könnten wir beginnen, hier zu entwickeln. Schön wäre es, wenn in der generellen Quartiersentwicklung in der Region gleich solche Wohnformen mitgedacht und umgesetzt würden“, so Schubert. Beispiele dafür betreibt der Verband laut eigenen Angaben in Dachau und München.

Gespräche mit
Interessenten

Wie es mit dem Areal in Schonstett weitergehe, steht laut der Regionalmanagerin noch nicht fest. Derzeit befinde sich der Verband in Gesprächen mit Interessenten. Konkretere Angaben könne die Caritas noch nicht machen. „Die Gemeinde spiegelt uns, dass Folgendes für sie von großer Bedeutung ist: Der Kindergarten und der Park sollen erhalten bleiben. Uns ist es deshalb wichtig, dass die Interessenten mit der Gemeinde ins Gespräch gehen“, verdeutlicht sie. „Es liegt dann allerdings in der Hand der Kommune. Denn diese gestaltet den Rahmen für die weitere Nutzung. Dies gilt auch für ein mögliches Folgeangebot für Menschen mit Behinderung.“

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