Kirche als Bühne für Lichtkunst und Musik

von Redaktion

Heuer soll erstmals „Kiefersfelden leuchtet“ stattfinden – Beschluss im Gemeinderat

Kiefersfelden – Neuland zu betreten und dabei allen gerecht zu werden, ist nicht immer ganz einfach. Diese Erfahrung machte kürzlich auch Nicole Bugl, die angehende Leiterin der Kieferer Tourist-Info, als sie in der Gemeinderatssitzung ihr neues Projekt „Kiefersfelden leuchtet“ den Bürgervertretern vorstellte. Dem darauf folgenden positiven Beschluss wollten dann aber doch zwei Räte nicht zustimmen, während alle anderen von der Aktion überzeugt waren.

„Zwischenwelten“ des
Künstlers Ingo Bracke

Zuvor hatte die Tourismus-Fachfrau ausführlich über das geplante Vorhaben unterrichtet, das heuer im Winter erstmalig laufen soll. Bis dahin ist es zwar noch etwas Zeit, denn erst im Dezember soll die Licht-Oper „Zwischenwelten“ des Künstlers Ingo Bracke Fahrt aufnehmen.

Der Künstler inszeniert in der Pfarrkirche Heilig Kreuz eine Reise durch die Raunächte des Winters. Es ist eine spektakuläre Fusion aus Orgelmusik von Karl Knöpflen, elektroakustischen Klanglandschaften und Lichtkunst von Ingo Bracke. Dieses künstlerische Spektakel startet am 27. Dezember und geht bis zum 2. Januar nächsten Jahres.

Der Ablauf zeichnet sich – Stand heute – so ab: Ab dem 27. Dezember bis einschließlich 2. Januar, jeweils von 16.30 bis 24 Uhr, erstrahlt die Pfarrkirche Heilig Kreuz an der Außenfassade mit abwechselnden, handgemalten Dias des Künstlers. Drei Lichtkonzerte von jeweils einer Stunde Dauer folgen am Montag, 29. Dezember, zwischen 17 und 22 Uhr in der Pfarrkirche, bevor dann am Tag danach ein Workshop mit Kindern geplant ist, die Dias bemalen, die am Silvesterabend ab 18 Uhr als Lichtbeleuchtung an der Pfarrkirche zu sehen sind.

Anstelle eines Feuerwerks werden diese „Kinderdias“ nochmals zum Jahreswechsel ab 0.00 Uhr gezeigt. Mit zwei weiteren Lichtkonzerten am 1. und 2. Januar, jeweils zwischen 17 und 22 Uhr, schließt Ingo Bracke sein Kunstwerk „Zwischenwelten“ ab.

An Kosten werden, Stand heute, der Gemeinde etwa 20000 Euro entstehen, die sich aufteilen in die Künstlergage von 10000 Euro sowie Übernachtung, Verpflegung von Künstlern, Helfern und Platzanweisern. Hier sind allerdings noch Änderungen möglich. „Im besten Fall können wir die Veranstaltungen kostendeckend gestalten“, so Nicole Bugl abschließend, die auch noch die Preisgestaltung ansprach, „über die wir aber noch nachdenken müssen“. Bürgermeister Hajo Gruber zeigte sich „begeistert von der Idee. Sie ist innovativ, ein Gegenpart zum üblichen Silvesterballern und auch noch umweltfreundlich.“

Termine mit Vereinen
abgesprochen

„Bedenken an einem kulturellen Überangebot“ äußerte Ratsmitglied Josef Steigenberger (UW), „denn damit schaden wir auch den örtlichen Vereinen wie Heimatbühne oder Kirchenchor, die in dieser Zeit auch mit ihren Aktionen aktiv sind“. Dem hielt Nicole Bugl entgegen, „dass die Termine mit den Vereinen abgesprochen sind und es keine Überschneidungen geben wird“. Dann war der Beschluss schnell in trockenen Tüchern und die ersten Vorbereitungen für diese außergewöhnliche Kunstveranstaltung starten im Oktober.

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