Aschau – Zahlreiche Themen, die die Infrastruktur, Mobilität und das Gemeinschaftsleben betreffen, standen bei der jüngsten Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung.
Einen Schwerpunkt der Sitzung bildete die Vorstellung der aktuellen Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung. Christian Rindsfüßer von der Firma SAGS aus Augsburg erläuterte die Ergebnisse der Analyse, die insbesondere im Hinblick auf den künftigen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erstellt worden war. Trotz dynamischer demografischer Entwicklungen – beeinflusst durch Geburtenzahlen und Zuzüge – zeigte sich die Situation erfreulich stabil: Fast alle Kinder können im kommenden Kindergartenjahr untergebracht werden. Nur eine kleine Warteliste bleibt bestehen, sofern es keine größeren personellen Ausfälle gibt.
Positive Entwicklungen gibt es auch bei den Einrichtungen: Der katholische Kindergarten St. Michael in Sachrang nimmt nun Kinder unter drei Jahren auf. Zudem kann die Krippe im Kindergarten St. Marien voraussichtlich wieder vier Tage pro Woche geöffnet werden, was eine Entlastung für das Spatzennest bedeutet. Der Hort ist aktuell voll belegt, ein Kind steht auf der Warteliste.
Auch in baulicher Hinsicht berichtete die Verwaltung von Fortschritten. Die Baumaßnahme in der Zinnkopfstraße wurde an die Firma Hans Holzner Baugesellschaft aus Rosenheim vergeben. Das Angebot lag mit brutto rund 776000 Euro rund 6,4 Prozent unter der ursprünglichen Kostenberechnung. Die Arbeiten sollen zeitnah beginnen.
Die Sanierung des Brückenüberbaus an der Zellerhornstraße in Rabenstein wurde abgeschlossen. Mit Gesamtkosten von rund 110000 Euro überschritt das Projekt die geplante Kostenschätzung nur geringfügig um etwa drei Prozent.
Kontrovers diskutierte der Gemeinderat die Zukunft des Projekts Rosi-Mobil, das flexible Fahrdienste im ländlichen Raum anbietet. Geplant ist ab Mai 2025 die Einführung eines Sektorenmodells mit mehr Fahrten, kürzeren Reisezeiten und einer Verdoppelung der Fahrpreise. Grundsätzlich wurde das Konzept im Gemeinderat als sinnvoll bewertet. Allerdings fehlt derzeit eine transparente, gemeindescharfe Kostenaufstellung, was angesichts der Pflicht zur sparsamen Haushaltsführung unter den Gemeinderäten für erhebliche Bedenken sorgte.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, das Sektorenmodell zur Kenntnis zu nehmen, verwies jedoch ausdrücklich auf die bereits im Juli 2024 beschlossenen Forderungen nach klaren vertraglichen Grundlagen und einer belastbaren Finanzplanung.
Einstimmig bestätigte der Gemeinderat die Wahl von Stefan Singhartinger als Kommandant und Simon Pertl als dessen Stellvertreter bei der Feuerwehr Sachrang. Die Zustimmung des Kreisbrandrats lag bereits vor.
Aus der Bürgerversammlung wurde ein Vorschlag aufgenommen, das bislang nur im Winter geltende halbseitige Halteverbot im Ortsteil Engerndorf ganzjährig beizubehalten. Die Bauverwaltung wird die Anregung prüfen. Weitere Themen betrafen die bessere Beschilderung von Toiletten im Freizeitareal Haindorf und die Zugangssituation in der Priental-Halle, die sich als vielseitiger Veranstaltungsort etabliert.hö