Riedering – Wer beim größten überregionalen Musikwettbewerb der alpenländischen Volksmusik in Innsbruck mit dem Herma-Haselsteiner-Preis ausgezeichnet wird, muss es draufhaben. Und die Riederinger Geschwister Strasser haben es drauf: Die 15-jährige Filomena (Ziach und Querflöte), die 13 Jahre alte Johanna (Harfe und Klarinette) und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Marinus (Kontrabass und Tenorhorn) überzeugten als beste Nachwuchsmusiker aus dem Alpenraum in Innsbruck. Ein Jahr zuvor schon hatten sie den Traunsteiner Lindl gewonnen.
Beim Hoagascht beim Hirzinger ließen die Geschwister zusammen mit der Wengerboch Musi (2016 mit dem Herma-Haselsteiner-Preis geehrt), den Alpenlandler Musikanten, der Saitenstraßen Musi aus Nußdorf am Inn (ebenfalls 2024 mit dem Herma-Haselsteiner-Preis ausgezeichnet) und den Perlseer Dirndln die alpenländische Volksmusik hochleben.
Gäste aus der Schweiz
und aus Österreich
Das zahlreich erschienene Publikum, das bis aus der Schweiz und ganz Österreich angereist war, feierte erst die insgesamt 21 Musikanten auf der eigens für den Abend erweiterten Bühne, ehe es sich selbst auf der Tanzfläche wiegte und drehte. Zu späterer Stunde ließen es sich die Herren nicht nehmen und legten spontan einen Gemeinschaftsplattler hin.
Zuvor hatten sieben Paare der Trachtenjugend des Trachtenvereins Almengrün Riedering, darunter auch die Strasser-Geschwister, den Tanz eröffnet. Ungezwungen und wie selbstverständlich spielten die fünf Musikgruppen auf der Bühne instrumental auf, sangen und jodelten. Susanne Wiesner moderierte charmant und humorvoll, sei es mal mit einem Frühlingsgedicht von Gerhard Polt über die Zeit oder einem kurzweiligen Interview mit Joch Weißbacher aus Tirol. Der ehemalige Obmann und amtierende Gebietsreferent Kufstein des Tiroler Volksmusikvereins erwähnte, dass es beim Herma-Haselsteiner-Preis nicht nur um Technik, Können und Perfektion gehe, sondern dass damit Musiker ausgezeichnet werden, „bei denen die Jury einfach zum Beispiel nur sprachlos ist und/oder ein ganz besonderer Funke überspringt“. Gefördert werden mit der Auszeichnung zudem Geschwister, Familien und Gruppen, denen man die Freude am gemeinsamen Musizieren anmerke und denen man eine gemeinsame Zukunft und Beständigkeit zutraue.
Weißbacher lobte, dass das Geschwister Strasser-Trio genau diese Voraussetzungen mitbrächte und deshalb mit dem Sonderpreis ausgezeichnet worden ist. Marianne Loferer, Riederings Zweite Bürgermeisterin und stellvertretende Landrätin, überreichte dem jungen Trio ein Präsent vonseiten der Gemeinde. Dabei erklärten die Geschwister, dass sie gern und leidenschaftlich musizierten, es aber auch viel Fleiß brauche. Sie bedankten sich auch bei ihren Eltern, die sie stets unterstützten und bei allen Mitwirkenden.
Die Musikgruppen auf der Bühne mögen zwar älter sein als das junge Geschwister-Trio, aber allen war die Freude am gemeinsamen Musizieren anzumerken. Und die Hoagascht-Gäste dankten es den Musikanten und dem den Abend ausrichtenden Trachtenverein Almengrün Riedering mit viel Applaus. Dass der Abend erst spät ausklang, war – so die Aussage zahlreicher tanzender Paare – „selbstverschuldet.“ Hätten die Musiker nicht so schön aufgespielt, wäre man vielleicht schon eher gegangen.