Kiefersfelden – Mit einem lachenden und sicher auch vielen weinenden Augen endete am vergangenen Samstag in einem grandiosen Finale der „Bayerische Frühling“ im Bierzelt am Lindenweg und ist damit für heuer Geschichte, was viele Besucher so gar nicht wahrhaben wollten. Begonnen hatte der neuntägige Feiermarathon am Freitagabend mit dem traditionellen Bieranstich durch Bürgermeister Hajo Gruber.
Namhafte Musikkapellen
Danach gaben sich die namhaften Musikkapellen aus der Region praktisch die Taktstöcke in die Hand. Spielte einmal die Musikkapelle Kiefersfelden groß auf, tat es ihnen 24 Stunden später die „Dreder Musi“ nach, die das Festzelt zum Kochen brachte. Den Vereinen gehörte der Sonntag, den diese mit Kirchenzug, Kranzniederlegung, Gottesdienst und Prozession begingen, musikalisch unterstützt durch die „Sensenschmied Musikkapelle“.
Nachmittag
für Senioren
Montagnachmittag waren die Senioren ins Zelt eingeladen. Bei Kaffee und Kuchen wurden sie von den jungen Nachwuchstänzern des Trachtenvereins Grenzlandler bestens unterhalten.
„An Guadn“ wünschte Festwirt Andi Pfeiffer allen seinen Gästen, die sich abends bei Kesselfleisch und Giggerlessen auch die spektakulären Auftritte der Plattlergruppe des Trachtenvereins Grenzlandler anschauten. Die musikalische Würze kam von der Musikkapelle Kiefersfelden.
Nach einem Ruhetag verbreiteten die „Nußlberg Buam“ vor erneut ausverkauftem „Haus“ Festzeltstimmung, bevor am 1. Mai morgens um 6 Uhr die Musikkapelle Kiefersfelden ihren musikalischen Weckruf über das noch schlummernde Dorf erklingen ließ. In voller Stärke und bestens gelaunt begaben sich die Frühaufsteher nach einer Stärkung im Gasthof „Zur Post“ auf die Straßen und Wege des Grenzortes und ließen ihren musikalischen Morgengruß in die Häuser, Wohnungen und Zimmer schallen. Viele Schaulustige säumten ihren Weg, der sich auf mehrere Kilometer ausdehnte und immer wieder von kleinen Standkonzerten unterbrochen wurde.
Im Festzelt trafen sich später alle wieder, wo bereits bayerische Schmankerl, kühle Getränke und die „Dettendorfer Betriebsmusik“ auf die teils noch müden, aber hungrigen und durstigen Straßenmusikanten warteten. Die vielen Besucher verwandelten dann abends mit den „Karolinenfeldern“ das Festzelt in ein Tollhaus.
Eine Armada von fleißigen Helfern
Wiesenhits mit Solisten und Sängern präsentierte die Musikkapelle Kiefersfelden ihren wieder bestens gelaunten Gästen nahezu „non-stop“ am Freitag und den Schlusspunkt setzte am Samstagabend die Musikkapelle Großholzhausen, die im voll besetzten Festzelt bis spät in die Nacht hinein für beste Stimmung sorgte.
So ging an der deutsch-österreichischen Grenze das „Kieferer Bierzelt“ zu Ende, aber nicht ohne noch einmal in allen Farben und Nuancen zu schillern und sich von seiner besten Unterhaltungsseite zu zeigen. Auch ein Beweis für die Tradition des noch jungen Festes war, dass sich viele Gäste in modischer Tracht zeigten. In Dirndl oder Lederhose waren sie fein herausgeputzt.
Aber es gab auch eine andere Seite des Festes. Denn während die Besucher ausgelassen feierten und sich die Getränke und kulinarischen Köstlichkeiten schmecken ließen, sorgte eine Armada von Helfern vor und hinter den Tresen für deren Wohl. Angefangen beim Küchenpersonal über Bedienungen, den Service, Sicherheitspersonal bis hin zum Reinigungsdienst – jeder tat das Seine und oft noch darüber hinaus. An der großen Zapfstation floss das Bier in Strömen, aber auch andere Getränke an der Bar, ob mit oder ohne Alkohol, fanden reißenden Absatz. Treffend drückte es Organisator Werner Schroller aus, der von einer „Wohnzimmeratmosphäre im Kieferer Bierzelt“ sprach. Er und Festwirt Andi Pfeiffer waren am Ende des neuntägigen Festreigens mit Musik und ausgelassener Stimmung „rundum zufrieden“ und sie dankten allen Helfern für den reibungslosen Ablauf. Sie sahen begeistert zurück auf ein Fest, „das heuer wirklich rekordverdächtig war.“ Und kündigten zugleich an: „Aber das wollen wir das nächste Jahr nochmals toppen.“ Dann wird der Rathauschef am 24. April 2026 wieder rufen: „O’zapft is!“