Keine Barriere am Pilgerweg

von Redaktion

Nußdorfer Gremium verzichtet trotz Ärger mit Radfahrern auf Sperre

Nußdorf – In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Nußdorf wurde erneut über die anhaltenden Probleme mit Radfahrern auf dem Pilgerweg Kirchwald diskutiert. Das Thema war bereits mehrfach auf der Tagesordnung, da trotz eines bestehenden Fahrverbots immer wieder Radfahrer den schmalen Fußweg mit Stufen zwischen dem Heubergweg und der Fahrstraße Kirchwald nutzen.

Druck
wächst

Besonders seit sich der Bikerverkehr aufgrund schlechter Wegeverhältnisse auf die südlich gelegene Hohlgasse zunehmend auf den Pilgerweg verlagert, wächst der Druck auf die Gemeinde. Die Belastung durch unerlaubten Fahrverkehr führt nicht nur zu zusätzlichen Schäden an Weg und Treppen, sondern verursacht auch steigenden Unterhaltsaufwand.

Nußdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer (CSU/FWG) bedauerte die zunehmende Rücksichtslosigkeit und die begrenzten Möglichkeiten, wirksam gegenzusteuern. Bereits 2020 fanden auf Initiative der Polizei verstärkte Kontrollen statt. In der Folge wurde die Beschilderung verbessert und sichtbarer angebracht. Dennoch blieb der gewünschte Effekt aus.

Ein Vorschlag zur dauerhaften Lösung durch bauliche Maßnahmen, etwa in Form versetzter Geländer oder sogenannter Weidedurchgänge, wurde erneut diskutiert. Gemeinderat Linder hatte bereits in der Sitzung vom 25. März 2025 angeregt, am Beginn des Kreuzwegs eine gezielte Sperre für Radfahrer einzurichten und seinen Antrag nun mit Blick auf eine Geländerverengung konkretisiert. Doch auch solche baulichen Hindernisse müssten deutlich beschildert werden, um Haftungsrisiken bei möglichen Unfällen zu vermeiden. Eine Schranke war bereits 2021 Thema. Damals hatte der Gemeinderat jedoch abgelehnt, weil die Erfolgsaussichten gering erschienen und eine solche Maßnahme zudem die Zufahrt für landwirtschaftliche Fahrzeuge einschränken würde.

Ein weiteres Problem: Der Weg liegt nur auf einem schmalen Streifen im Eigentum der Gemeinde. Jegliche bauliche Maßnahme müsste also auf Privatgrund erfolgen – dafür wäre wiederum das Einverständnis der Eigentümer erforderlich, das bislang nicht vorliegt.

Kombination
wäre wirksamer

Zudem zeigte die Erfahrung, dass einfache Barrieren kaum wirksam gegen hartnäckige Radfahrer sind. Wirklich abschreckend wäre wohl nur eine Kombination mehrerer Hindernisse wie Schranken, Boller oder große Steine. Doch auch dann ist nicht sicher, dass sich alle an das Fahrverbot halten würden.

Vor diesem Hintergrund beschloss der Gemeinderat nun mehrheitlich, mit zehn zu vier Stimmen, von der Errichtung einer Absperrung abzusehen. Stattdessen soll die Verwaltung prüfen, ob ein weiteres Hinweisschild die Ruhezone am Kreuzweg und das dort geltende Fahrverbot für Radfahrer klarer kennzeichnen kann.

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