Nachruf

von Redaktion

Pittenhart – Viel zu früh ist Anni Maier aus Oberbrunn verstorben und wie Diakon Georg Oberloher beim Trauergottesdienst Eingangs tröstende Worte an ihre Familie richtete, tut es immer weh, wenn ein geliebter Mensch für immer geht, dass unser Leben endlich ist, so auch der Psalm 90. „Vita nostra brevis est“ – „Kurz ist unsere Lebenszeit“, so drückten es die alten Römer aus. Anni Maier hat auf Jesus vertraut.

Am 18. Februar 1950 kam Anni als erste Tochter von Resi Hainz in Bernbichl bei Kienberg auf die Welt. Zusammen mit ihrer Halbschwester Theresia ist sie auf dem Haindl-Hof in Bernbichl aufgewachsen. In Kienberg ist sie zur Schule gegangen und nach der Schulzeit verdiente sie bereits Geld für den eigenen Lebensunterhalt. Es war Nachkriegszeit und die Familie hatte nicht viel, aber sie ist damit klargekommen. „So hart es auch sein mag“, so Diakon Oberloher, „aber unter solchen Umständen, lernt man auf eigenen Füßen zu stehen und selbstständig zu werden“.

Anni Hainz arbeite als ungelernte Näherin bei der Firma Loos in Traunreut und besuchte nebenbei die Hauswirtschaftsschule in Trostberg. Als fleißig und genügsam hat sie ihre Familie beschrieben. Ohne finanzielle Unterstützung konnte sie sich mit 18 Jahren ihren Führerschein finanzieren und ein eigenes Auto kaufen. Das Auto war für das damals junge Mädel nicht nur ein Fahrzeug, ihr Mann spricht davon, dass es für Anni ein Lebensgefühl war und ihr Unabhängigkeit bedeutete. Ein Jahr zuvor, im Jahr 1967 begegnete ihr beim Tanzen in Emertsham und Purkering immer wieder ein junger Mann aus der Gemeinde Pittenhart und man kam zum Reden, so erinnert sich Sepp Maier noch gerne.

Am 26. Mai 1973 läuteten dann in der Pittenharter Pfarrkirche die Hochzeitsglocken für Anni Hainz und Sepp Maier. Nach der Hochzeit zog das junge Paar nach Oberbrunn, ins Elternhaus von Sepp. Zusammen mit der Schwiegermutter Sophie versorgte Anni die Landwirtschaft, während ihr Mann als Mauerer auf Arbeit war. Neben der ganzen Arbeit in der Landwirtschaft und dem Beruf ihres Mannes, haben sich die Beiden noch ein neues Haus in Brunn gebaut. Drei Kinder wurden ihrer fast 52-jährigen Ehe geschenkt. 1972 kam Manfred, 1973 Andreas und schließlich 1978 Martin auf die Welt. Vier Enkelkinder durfte Anni Maier erleben und auf die war sie besonders stolz. Jakob, Isabella, Laura und Franziska haben der Oma sehr viel bedeutet.

Als fleißig und lustig war die Hoareich-Anni bekannt und rundum beliebt. Gerne war sie beim damaligen Wirt in Oberbrunn, der Familie Steffens gesehen und hat mitgeholfen, wo sie gebraucht wurde, Bei den Nachbarn verrichtete sie als Putzfee wertvolle Arbeit und als es bei ihrer Schwiegermutter nicht mehr so ging, hat sie sich ganz liebevoll um diese gekümmert und sie versorgt.

Trotz der vielen Arbeit, kam das Leben und die Freude bei der Familie Maier nicht zu kurz, gemeinsam wurde in den Urlaub gefahren. Rom, Paris, Helgoland, Lourdes wurden besucht und mit Pfarrer Tremmel eine abenteuerliche Reise in die Türkei unternommen. Die Verstorbene war eine gesellige Frau, war gerne mit dabei bei den Ortsvereinen, dem Schützenverein Oberbrunn und dem Pittenharter Sportverein, die sie auch mit ihren Fahnen auf dem letzten Erdenweg begleitet haben.

Eine überaus große Trauergemeinde hat beim Trauergottesdienst Abschied von der Oberbrunnerin genommen und ihre Urne auf dem Weg zum Familiengrab im Pittenharter Friedhof begleitet. Der Pittenharter Kirchenchor und Solosängerin Nikola Fenzl haben den Gottesdienst sehr würdevoll und emotional untermalt.

emk

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