Schechen – „Da funktioniert man einfach“, sagt Martin Posch, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hochstätt. Er war am vergangenen Donnerstagabend bei einem Unfall auf der Kreisstraße RO53 vor Ort.
Gegen 23 Uhr kam ein BMW von der Straße ab. Im Auto saßen neben dem 28-jährigen Fahrer noch ein 20-jähriger und ein 19-jähriger Mitfahrer. In einer Kurve verlor der 28-Jährige dann – vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit – die Kontrolle über den Wagen, kam nach links von der Straße ab, lenkte dagegen und landete schließlich nach mehrfachem Überschlagen auf einer angrenzenden Wiese. Die drei jungen Männer wurden dabei laut Polizeiangaben schwer verletzt.
Harter Einsatz
auch für erfahrene Feuerwehrleute
Auch für die Feuerwehrleute kein einfaches Bild. „Natürlich denkt man da auch drüber nach“, sagt Posch. „Aber in der Situation funktioniert man einfach. Man hat das ja alles geübt.“ Ihm sei aber auch bewusst, dass jeder solche Einsätze anders verarbeite. „Man fragt die Feuerwehrler danach natürlich, wie es ihnen geht“, ergänzt Posch. Insgesamt waren am Unfallort drei freiwillige Feuerwehren aus der Region im Einsatz. Nämlich aus Hochstätt, Marienberg und Rott.
Glücklicherweise verlief die Bergung in diesem Fall recht zügig. Der Fahrer konnte sich selbst aus dem Fahrzeug befreien. Der 19-jährige Mitfahrer wurde beim Unfall aus dem Wagen geschleudert. Der 20-Jährige wurde eingeklemmt und musste von den Einsatzkräften befreit werden. Eine Tür mussten die Feuerwehrler herausspreizen. „Das war ein BMW X5, die sind sehr stabil gebaut“, ergänzt Posch. Dennoch konnte der 20-Jährige innerhalb von etwa zehn Minuten befreit werden. Die drei schwerverletzten Männer wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Lebensgefahr bestand nicht.
Beim 28-jährigen Fahrer des Wagens konnte im Rahmen der Unfallaufnahme Alkoholgeruch festgestellt werden. Gegen ihn ermittelt die Polizei nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sowie fahrlässiger Körperverletzung. Einen Unfallschwerpunkt oder eine besondere Gefahrenstelle erkennt Posch am Unfallort nicht. „Das ist ein kurviges Stück, da gab es schon vor über 20 Jahren etwa immer mal wieder Unfälle. Das liegt meines Erachtens aber eher an der erhöhten Geschwindigkeit auf dieser Strecke“, sagt der Kommandant. Und auch die Witterungsverhältnisse könnten ihren Teil zum Unfall beigetragen haben. „Es war neblig, die Straße war feucht und viele haben noch Sommerreifen drauf“, sagt Posch.
Steigende Unfallzahlen im Herbst kann Polizeihauptkommissar Robert Maurer von der Polizeiinspektion Rosenheim nicht erkennen. „Das herabfallende Laub kann zu rutschigen Fahrbahnen führen und birgt das Risiko von Unfällen“, merkt er dennoch an. „Wir können nur die ‚O – O Regel‘ unterstützen: Winterreifen von Oktober bis Ostern. Aber auch hier gilt: Nach Ostern kann, wenn auch eher selten, ein kurzer Wintereinbruch kommen“, erklärt Maurer. Verantwortlich für die Ausstattung des Fahrzeuges seien in jedem Fall sowohl der Fahrer als auch der Halter.