Drei Bahn-Großprojekte in Großkarolinenfeld

von Redaktion

In den kommenden Jahren will die Deutsche Bahn die Bahnstrecke zwischen Rosenheim und München modernisieren. Im Zuge dessen stehen in Großkarolinenfeld drei Großprojekte an. Diese betreffen vor allem den Bahnhof und den Weg zum „Wirt von Dred“.

Großkarolinenfeld – Die Bahn nimmt die Modernisierung der viel befahrenen Strecke zwischen dem Münchner Ostbahnhof und Rosenheim zum Anlass, auch die Sicherheit und Barrierefreiheit zu verbessern. Drei der großen Projekte stehen im Gemeindebereich von Großkarolinenfeld an. Diese wurden in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats von Vertretern der DB InfraGO AG vorgestellt. Alle Arbeiten sollen zeitgleich während der Streckensperrung 2028 erfolgen.

Die Bahnsteige am Bahnhof in Großkaro sollen künftig über zwei Lifte barrierefrei erreichbar sein. Der Bau von Rampen ist aus Platzgründen nicht möglich, da diese eine maximale Steigung von sechs Prozent haben dürften und alle zehn Meter ein Podest erfordern würden. Laut den Bahnsprechern wäre die Länge der dabei entstehenden Rampe dann aber zu groß. Dafür stünde die notwendige Grundstücksfläche nicht zur Verfügung. Im Zuge des Baus der Liftanlagen wird die Unterführung optisch aufgewertet und ihre Beleuchtung verbessert. Außerdem werden weitere Wartehäuschen auf den Bahnsteigen aufgestellt.

Besonders aufwendig wird der Bau eines zusätzlichen Tunnels westlich des Bahnhofs. Dieser soll die Verbindung zwischen dem südlichen und dem nördlichen Teil der durch die Bahnlinie geteilten Gemeinde verbessern – insbesondere für Radfahrer und Fußgänger. Das Projekt, das als „dritte Röhre“ – neben den beiden Straßenröhren für die Autofahrer – bezeichnet wird, sieht ein Bauwerk mit einer Breite von 3,50 Metern, einer Höhe von mindestens drei Metern und einer Länge von 12,8 Metern vor.

Kosten soll der Tunnel schätzungsweise 2,5 Millionen Euro. Ein Grund für die hohen Kosten ist der schlechte Untergrund, der aus Seeton mit Torfeinlagerungen besteht. Um ihn zu stabilisieren, muss der Untergrund aufgefräst und Zement eingemischt werden. Um Zeit zu sparen, soll das Bauwerk aus Fertigteilen zusammengesetzt werden. Außerdem ist beim Aushub der Baugrube eine Kampfmittelsondierung nötig, da auch der Bahnhof in Großkaro während des Zweiten Weltkriegs bombardiert wurde und noch aktive Bomben im Boden sein könnten.

Der Gemeinderat sprach sich geschlossen dafür aus, das Vorhaben weiterzuverfolgen und beauftragte die Verwaltung, einen Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern zu stellen.

Ein weiterer wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in der Gemeinde ist die Abschaffung von niveaugleichen Übergängen. So wird im Weiler Vogl – zwischen Großkaro und Jarezöd – ein paar Meter vom derzeitigen beschrankten Bahnübergang entfernt eine Brücke über die Bahnlinie gebaut. Dies sei einfacher als eine Untertunnelung der Bahnstrecke, da die Gleise bereits in einer Senke liegen.

Die zukünftige Brücke mit ihrer Weite von 18,40 Metern erfordert zum beidseitigen Anschluss einen Straßenausbau auf einer Länge von knapp einem halben Kilometer. Die Brücke kann mit Tempo 50 befahren werden, derzeit darf der Übergang nur mit Tempo 20 passiert werden. Die Vorarbeiten sollen beiderseits der Bahnlinie bereits im zweiten Halbjahr 2027 ausgeführt werden. Der Bau der eigentlichen Brücke über die Gleise soll während der Betriebssperre im ersten Halbjahr 2028 erfolgen.

Die Kosten für das Bauwerk werden zur Hälfte vom Bund, zu einem Drittel von der Bahn und zu einem Sechstel vom Freistaat getragen, sodass die Gemeinde nicht an den Herstellungskosten beteiligt wird. Sie muss lediglich die folgenden Unterhaltskosten übernehmen.

Umstritten war in der Sitzung der Plan der Bahn zum Rückbau des Übergangs zwischen Hilperting und Haslau. Obwohl dieser nur Feld- und Waldwege verbindet, ist er nach Einschätzung mehrerer Räte wichtig, da er nicht nur der Landwirtschaft dient, sondern auch von Radfahrern und Spaziergängern genutzt wird.

So wollten einige Gemeinderäte, dass der Übergang erhalten bleibt, bis das Planfeststellungsverfahren für den Bau des Brenner-Nordzulaufs abgeschlossen ist. Wenn dieser gebaut wird, wird die Bestandsstrecke in diesem Bereich nach Süden verlegt, sodass ein Bauwerk, egal ob Brücke oder Unterführung, sinnlos wäre. Außerdem beschloss der Rat die Forderung, dass beim Bau der Schnellfahrstrecke im Bereich von Hilperting wieder eine sichere Möglichkeit zur Querung errichtet wird.

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