Riedering – Der Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan liegt vor und soll nach langer Vorbereitungszeit ausgelegt werden. Diesen Beschluss fasste der Gemeinderat einstimmig mit 17:0 Stimmen. Mit dem neuen Flächennutzungsplan will die Gemeinde die Weichen für die Zukunft stellen, betonte Bürgermeister Christoph Vodermaier. „Es ist ein Meilenstein“, sagte er. Zahlreiche Sitzungen seien dafür nötig gewesen. Im Juli 2021 hatte der Gemeinderat den Startschuss gegeben; daraufhin erfolgte eine Grundlagenermittlung der Gemeinde.
Im Dezember 2023 stand eine Arbeitskarte des Flächennutzungsplanes mit einem Nord- und einem Südteil zur Verfügung. Diplom-Ingenieurin Belinda Reiser vom Fachbüro Arbeitsgruppe für Landnutzungsplanung (AGL) fasste die weiteren Vorstufen für den nun vorliegenden Entwurf zusammen. Bei einer späteren Klausurtagung ging es unter anderem neben den Arbeitskarten auch um die prognostizierte Siedlungsentwicklung und die Untersuchungsergebnisse der Grundlagenermittlung.
Der Zwischenstand damals war, dass die Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung an den Hauptorten Riedering, Niedermoosen, Söllhuben und Moosen liegen sollen. Der Ortscharakter der Kleinsiedlungen soll durch die Begrenzung von Entwicklungsflächen erhalten bleiben; Splittersiedlungen sowie das Ausdehnen von Wohnstandorten in peripherer Lage sollen vermieden werden. In den Entwurf flossen auch die Ergebnisse eines gemeinsamen Gesprächs mit Vertretern des Landratsamtes (Kreisbauamt) ein.
Ebenso wurde berücksichtigt, dass sich gemäß Landesentwicklungsprogramm Bayern Einzelanfragen zur Baulandentwicklung an allgemein vereinbarten, gemeindeweit einheitlichen siedlungsstrukturellen Gesichtspunkten orientieren und nicht an Einzelinteressen ausgerichtet werden sollen.
Den endgültigen Entwurf stellte nun Belinda Reiser vor. Unter dem Stichwort Wohn- und Mischbauflächen, also geplanten neuen Ortsentwicklungen, gebe es beispielsweise die Kategorisierung Entwicklungsschwerpunkte und Ortsteile mit einem gewissen städtebaulichen Gewicht, die jedoch aufgrund ihrer Größe nur für geringfügige Abrundungen infrage kommen. Belinda Reiser sagte: „Zu Entwicklungsschwerpunkten zählen hierbei Riedering, Niedermoosen sowie Söllhuben und Moosen, wobei in Söllhuben und Moosen derzeit keine Erweiterungspotenziale in den Außenbereich hinein vorhanden sind.“ Andere Ortsteile wie Obermoosen, Gögging, Tinning, Petzgersdorf, Persdorf, Oberputting, Ecking, Neukirchen, Beuerberg, Pietzing, Abersdorf, Wolferkam, Reitl, Pfaffenbichl und Kohlstatt würden allerdings nicht erweitert. Die Fachfrau zeigte auch auf den Ortsteil Niedermoosen, wo Gewerbeflächen bei einer Erweiterung eine Rolle spielen.
Berücksichtigt wurden auch die Belange der Natur- und Wasserwirtschaft, der Land- und Forstwirtschaft sowie der Versorgungsinfrastruktur. All diese Themenkarten übereinandergelegt bildeten den Entwurf des neuen Flächennutzungsplanes. Der Umweltbericht beschreibe den derzeitigen Bestand, bewerte die Empfindlichkeit und beinhalte unter anderem auch die Ausgleichsbilanzierung für jeden Standort.
Sofern der Gemeinderat den Entwurf billige, könne man ins Verfahren gehen, also Behörden und Öffentlichkeit frühzeitig beteiligen. „Und dann können wir, so Gott will, den Deckel draufmachen.“
Bürgermeister Vodermaier bedankte sich für die geleistete umfangreiche Arbeit und die Präsentation. Der Entwurf werde nach Einarbeitung letzter redaktioneller Änderungen vier Wochen ausgelegt. Nun komme nicht nur den Behörden die Aufgabe zu, dazu Stellung zu nehmen, sagte Vodermaier. Sondern es sei auch „Hausaufgabe für den Gemeinderat und für alle Bürger, sich damit zu befassen.“ Man wolle „vernünftig und verlässlich planen.“ Den Vorentwurf des Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan und die Begründung mit Umweltbericht billigte der Gemeinderat einstimmig. Die Verwaltung wird beauftragt, die Auslegung durchzuführen. elk