Finanzieller Spielraum wird kleiner

von Redaktion

Haushalt der Gemeinde Vogtareuth wegen sinkender Einnahmen und steigender Ausgaben unter Druck

Vogtareuth – In der letzten Sitzung des Jahres befasste sich der Gemeinderat mit der Jahresrechnung 2024. Die vorgelegten Zahlen sorgten dabei bei den Ratsmitgliedern für Ernüchterung. Denn sollten sich die finanziellen Rahmenbedingungen nicht verbessern, können Investitionen in den kommenden Jahren nur noch aus den eigenen Einnahmen des Vermögenshaushalts bestritten werden.

Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter und Kämmerer Philipp Brück erläuterten den anwesenden Gemeinderäten die Zahlen und die Gründe für deren Entwicklung. So belief sich der Verwaltungshaushalt auf rund 8,03 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt auf 1,76 Millionen Euro, sodass der Gesamthaushalt der Gemeinde Vogtareuth in 2024 bei 9,8 Millionen Euro lag. Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt fielen gegenüber der Planung etwas niedriger aus, bedingt primär durch geringere Zuweisungen und Zuschüsse. Größter Posten ist hier nach wie vor die Einkommenssteuerbeteiligung mit 2,24 Millionen Euro, wohingegen die Gewerbesteuer mit 880.000 Euro nur einen sehr bescheidenen Teil zu den Einnahmen beiträgt.

Bei den Ausgaben ist die Kreisumlage mit 1,91 Millionen Euro der größte Posten, gefolgt von den Personalkosten mit 1,55 Millionen Euro, die leicht unter dem Ansatz lagen.

Auf dem Sektor Verwaltungs- und Betriebsaufwand (1,77 Millionen Euro) mussten dagegen signifikante Mehrausgaben hingenommen werden. Hier schlugen vor allem die allgemeinen Kostensteigerungen der vergangenen Jahre zu Buche. „In diesem Bereich sollte künftig der Schwerpunkt eines sparsamen und wirtschaftlichen Handelns gelegt werden“, betonte Kämmerer Philipp Brück. So führte die Kombination aus leicht rückläufigen Einnahmen und erhöhten Ausgaben zu einer signifikanten Verschlechterung der ohnehin bisher schon knapp bemessenen Zuführung zum Vermögenshaushalt.

Die Tilgungsleistung (329.000 Euro) konnte nicht mehr aus der Zuführung des Verwaltungshaushaltes (205.000 Euro) erbracht werden. Der Deckungsanteil der Ausgaben des Vermögenshaushaltes befindet sich so nur noch mit 11,6 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit Jahren. Vergleich: 2023: 22,3 Prozent, 2022: 16,1 Prozent, 2021: 19,9 Prozent und 2020: 53,4 Prozent. Eine durchaus bedenkliche Entwicklung wie auch der Kämmerer konstatierte.

Auch im Vermögenshaushalt der Gemeinde kam es zu Abweichungen vom Haushaltsansatz. Besonders deutlich zeigten sich diese bei den Einnahmen: Aus dem Beitragsaufkommen wurden geringere Einnahmen verzeichnet, wobei hier der Zahlungseingang oft erst in den kommenden Jahren erwartet wird. Gleichzeitig fielen die Ausgaben im Bausektor niedriger aus, da mehrere Maßnahmen auf spätere Jahre verschoben wurden. Trotz der allgemeinen Preissteigerungen in nahezu allen Bereichen bewertete die Kämmerei das Gesamtergebnis als nicht zufriedenstellend.

Besonders unter dem Gesichtspunkt anstehender Investitionen, etwa für den Ausbau der Mittagsbetreuung, ein neues Feuerwehrfahrzeug für Vogtareuth, Maßnahmen im Bereich der Entwässerung sowie notwendige Straßensanierungen. Vor diesem Hintergrund mahnte der Kämmerer, dass dringend eine Verbesserung der finanziellen Spielräume angestrebt werden müsse.

Der Schuldenstand belief sich Ende 2024 auf 5,42 Millionen Euro. Positiv dagegen ist, dass zur Finanzierung der Ausgaben des Vermögenshaushaltes im Jahr 2024 keine neuen Darlehen aufgenommen werden mussten. Die Pro-Kopf-Verschuldung zum Ende des Kalenderjahres 2024 betrug 1.763 Euro. Darüberhinaus verfügt die Kommune über Rücklagen in Höhe von 595.000 Euro.

Der Gesamthaushalt 2024 lag mit rund 9,8 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau und auch im mehrjährigen Vergleich auf niedrigem Niveau. Allerdings können Investitionen in den nächsten Jahren, gleichbleibende Entwicklung vorausgesetzt, nur noch aus eigenen Einnahmen des Vermögenshaushaltes erbracht werden. Bei künftigen Entscheidungen wird deshalb dringend geraten, die finanzielle Situation der Gemeinde in den Vordergrund zu stellen.

Der Gemeinderat nahm vom Sachverhalt und den Ausführungen Kenntnis. Einstimmig wurde die Jahresrechnung mit Rechenschaftsbericht für das Haushaltsjahr 2024 verabschiedet. Etwaige außerplanmäßige Ausgaben wurden genehmigt. Die Jahresrechnung wird nun dem örtlichen Rechnungsprüfungsausschuss vorgelegt.

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