Spar-Variante für Feuerwehrhaus Gehering

von Redaktion

Die Pläne für das neue Feuerwehrhaus in Gehering werden konkreter. Nach einem Preisschock wurde nun eine abgespeckte Variante präsentiert, die eine Million Euro günstiger ist. Dafür muss unter anderem auf den Keller verzichtet und die Fahrzeughalle verkleinert werden.

Stephanskirchen – Wie das neue Feuerwehrhaus für 80 Aktive der Schloßberger Wehr aussehen soll, wurde schon in der Sitzung Ende Juli festgelegt. Nach der Präsentation des ersten Planungsentwurfs durch das Architekturbüro Wimmer, der auch einen zusätzlichen Waschraum und Übungsturm auf Wunsch der Feuerwehrleute vorsah, kamen Optimierungswünsche bei der Zufahrt, die den Rettungskräften im Fall eines Alarms die Zufahrt über die Kreuter Straße ermöglicht. Der neue Plan verbessert aber nicht nur das zukünftige Haus, er bittet auch die Gemeinde zur Kasse.

Baupreisindex treibt
Kosten in die Höhe

Nachdem auch dieser Wunsch in die Planung aufgenommen wurde, stellte das Architekturbüro eine erste Kostenschätzung im Bau- und Planungsausschuss vor. Doch statt der im Februar 2024 errechneten Kosten von knapp 6,9 Millionen lag der Preis für das Feuerwehrhaus im November 2025 bei 10,2 Millionen Euro.

Wie Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie Bürger) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte, zu der auch ein Großteil der Aktiven der Feuerwehr Schloßberg erschienen war und die Kapazität des Sitzungssaals an seine Grenzen brachte, lag das vor allem am gestiegenen Baupreisindex der Region. Während dieser bei der letzten Kalkulation bei 2.060 Euro pro Quadratmeter lag, ist er derzeit (2025) auf 2.840 Euro pro Quadratmeter geklettert. Hinzu kamen außerdem die Kosten für den Waschturm mit 475.000 Euro und den Übungsturm mit 315.000 Euro. Ein Schock für die Bauausschussmitglieder, was zu Diskussionen und ablehnender Stimmung führte – und schließlich auch zur Überplanung.

Architekt Dirk Kahlig erläuterte nun die neuen Pläne. Die Einsparung dadurch: eine Million Euro. Die neue Kostenschätzung beträgt jetzt 9,2 Millionen Euro. Im vorliegenden Entwurf ist kein Keller mehr vorgesehen. Um die damit wegfallenden Lager- und Technikräume auszugleichen, soll das Erdgeschoss nach Norden hin vergrößert werden. Ein Teil der Technik, wie etwa die Lüftungsanlage, könne zudem auf das Dach ausgelagert werden.

Am Aufbau des Erdgeschosses selbst soll sich nicht zu viel ändern. Hinter der Fahrzeughalle mit sechs Stellplätzen befinden sich Umkleiden, Bäder, sowie der Einsatzleitraum mit Blick auf den Vorplatz. Um 1,25 Meter Tiefe ist das Haus geschrumpft, wodurch etwas weniger Platz in der Fahrzeughalle in Kauf genommen werden muss. „Auch die Dachterrasse haben wir zugunsten der Technik aufgelöst“, erklärte Kahlig. Stattdessen sei eine kleinere Terrasse auf dem hinzugeplanten „Eck“ im Norden des Gebäudes vorgesehen.

Johannes Lessing (Grüne) wollte wissen, wie gravierend die Abstriche bei den Lagerräumen seien und wie diese kompensiert werden sollen. Stephan Mayer (Parteifreie Bürger) äußerte den Wunsch, den südlichen Teil des Gebäudes auf Ausbaumöglichkeiten in Hinblick auf zukünftige Entwicklungen prüfen zu lassen. Zudem wollte er wissen: „Geplant sind sechs Stellplätze, wir haben aber nur fünf Autos. Bekommen wir trotzdem die Förderung?“ Bauamtsleiter Wolfgang Arnst erklärte, dass die Anschaffung eines weiteren Fahrzeugs im Gespräch sei: „Der Platz darf nicht länger als fünf Jahre leer stehen.“ Wovon aktuell nicht auszugehen sei. Bürgermeister Mair ergänzte, dass im Süden des Gebäudes derzeit ein „Luftraum“ eingeplant sei, in dem die Feuerwehr etwa historische Gegenstände unterbringen könnte. „Dieser kann in Zukunft aber auch zu Erweiterungszwecken genutzt werden.“

Hitzige Debatten
und ein klares Ergebnis

Kritik an den neuen Plänen kam von Friedrich Kreutz (AfD) und Christian Helget (FW). Sie zeigten kein Verständnis für den Sparkurs und die Zweckmäßigkeit im Hinblick auf die Zukunft des Gebäudes. Zu wenig Platz, zu viel Zeit für Planung und der Vorschlag nach Modulbauweise und einem weiteren Stockwerk, so Helget, selbst bei der Feuerwehr Schloßberg aktiv. Kritik, die Mairs Hutschnur anschwellen ließ: „Das ist Blödsinn“, so der Rathauschef. Nach einem Schlagabtausch zwischen den beiden überging Mair die Kritik: „Wir haben viele Feuerwehrhäuser angeschaut und versucht, das Beste an Grundwissen zu vereinen. Weiter planen, erweitern, ohne Kosten- und Zeitsteigerung, ist ein Widerspruch.“

Abschließend stellte Robert Zehetmaier (Bayernpartei) die wichtigste Frage: „Wie finden die Feuerwehrler die abgespeckte Variante?“ Philipp von Uckermann, stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrvereins, zeigte sich mit der Planung einverstanden und betonte, dass vor allem der Übungsturm eine große Erleichterung für die Einsatzkräfte sei. „Das spart uns viel Freizeit.“ Zeit, in der sie nicht andere Orte für ihre Übungen suchen müssten. Mit dem Turm könnten sie spontan und vor Ort mit der Mannschaft üben.

Bauamtsleiter Arnst sowie Architekt Frank Wimmer ergänzten, dass es sich bei der Preiskalkulation zum jetzigen Zeitpunkt um eine Schätzung handle. „Wie hoch oder niedrig einzelne Posten dann ausfallen, können wir jetzt nicht sagen“, so Wimmer. Das Gremium stimmte der Planung einstimmig zu.

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