Kiefersfelden – Tradition oder Umweltschutz? Wildes Böllern oder gebührendes Feiern? „Diese Grundsatzdiskussionen gibt es jedes Jahr“, sagt Nicole Bugl, Leiterin der Kiefersfeldener Tourist-Information. Nachdem sie 2024 den Silvesterabend in Innsbruck verbracht hatte, kam sie deshalb auf eine Idee. „Die haben dort einige Installationen aufgebaut, die Licht auf die Wände der Gebäude projizieren“, beschreibt Bugl. „Ich dachte mir, so etwas Ähnliches geht doch auch bei uns.“
Zurück in der Gemeinde setzte sie ihre grobe Vorstellung in die Tat um und entwarf die „Lichtpfade Kiefersfelden“. Rund um die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz gibt es ein Festivalprogramm. Begonnen wird es mit einer sogenannten immersiven Lichtoper mit dem Titel „Zwischen den Welten“ von Ingo Bracke. Der Künstler inszenierte vor gut zehn Jahren bereits die Gießenbachklamm mit seinen Lichtspielen und kehrt nun mit visuellen Projektionen im Kirchenraum zurück. Noch am 1. und 2. Januar wird die Oper zu unterschiedlichen Zeiten gezeigt.
„Ich bin absolut begeistert von der Idee. Das wird ein Spektakel“, ist Bürgermeister Hajo Gruber überzeugt. Auch er kennt die alljährliche Diskussion rund um das Feuerwerk. Zumal die Gemeinde an der Grenze zu Österreich liegt und in Tirol der Feuerwerkseinkauf teilweise nicht so einfach ist. Dort haben große Ketten wie Hofer, Penny oder Lidl größtenteils keine Böller mehr im Sortiment. „Aus Verantwortung gegenüber Umwelt, Tieren und Klima“, wie die jeweiligen Presseabteilungen betonen.
Pfarrkirche weit in
der Gemeinde zu sehen
Hajo Gruber ist dagegen kein Freund von reinen Verboten. „Ich möchte lieber eine Alternative anbieten und da ist das Lichtspektakel perfekt geeignet“, meint der Rathauschef. Auch Bugl ist überzeugt, dass ihre Idee etwas bewirken könnte. „Die Leute wollen gerne etwas sehen, auch aus der Ferne. Da ist die Kiefersfeldener Pfarrkirche genau das Richtige.“