Obing – Nach rund drei Jahrzehnten geht in Obing eine Ära der Wertstoffsammlung zu Ende: Der gemeindliche Wertstoffhof am Lohenfeld hat zum Jahreswechsel seinen Betrieb eingestellt. Viele Bürger nutzten die letzten Öffnungstage, um noch einmal ihre Wertstoffe abzugeben und sich vom vertrauten Team zu verabschieden.
Eine der ersten
Sammelstellen im Landkreis
Der Wertstoffhof war Anfang der 1990er- Jahre entstanden, als der Landkreis Traunstein das Konzept gemeindlicher Wertstoffhöfe einführte. Die Gemeinde Obing mit dem damaligen Bürgermeister Walter Mayer gehörte zu den ersten Kommunen, die sich beteiligten. Im Gewerbegebiet am Lohenfeld wurde nach einer Modulplanung des Planungsbüros Zeller und Romstätter sowie nach Plänen des Ingenieurbüros Steinmaßl aus Traunstein eine moderne Wertstoffsammelstelle mit geschlossener Halle und Außenanlagen errichtet.
Im Landkreis Traunstein setzte sich das von Hermann Steinmaßl maßgeblich entwickelte „Bring-System“ durch, weil die Wertstoffe von Beginn an sortiert und damit besser der Wiederverwertung zugeführt werden konnten. Steinmaßl wurde später Landrat im Landkreis Traunstein.
Viele Obinger erinnern sich noch an die Anfänge der Wertstoffsammlung, die zunächst im nördlichen Teil des Feuerwehrhauses an der Schulstraße untergebracht war. Dort stand ab Mai 1993 Sepp Winkler den Bürgern zur Seite, wenn es darum ging, Becher, Flaschen und andere Wertstoffe den richtigen Containern zuzuordnen. Winkler war auch bei der Planung des Wertstoffhofes am Lohenfeld ein gefragter Berater, insbesondere beim dort vorgesehenen Grüngutplatz. Zu den prägenden Gesichtern des Wertstoffhofes zählten neben ihm Mathias Winkler und der inzwischen verstorbene Lorenz Reiniger. Für viele Einwohner galt der Wertstoffhof auch als ein Stück Heimat, an dem man sich traf, ein Gespräch mit dem Personal führte und ganz nebenbei Papier, Flaschen, Dosen, Plastik und Grüngut abgab.
Am vergangenen Montag wurden nach Angaben der Gemeinde noch einmal große Mengen an Wertstoffen sortiert und in die Container verladen. Bürgermeister Josef Huber gesellte sich zu seinen Mitarbeitern, um in kleiner Runde Abschied zu feiern und ihnen für ihren teils jahrzehntelangen Einsatz zu danken.
Mit der Schließung am Lohenfeld ist die Wertstoffsammlung in Obing jedoch nicht beendet. Ab Freitag, 2. Januar, können Wertstoffe ausschließlich an der neuen Annahmestelle in der Fabrikstraße 4 in Obing abgegeben werden. Neuer Betreiber ist die Firma J. Schaumaier, die nach eigenen Angaben weiterhin auf die Grundidee des von Hermann Steinmaßl entwickelten Bring-Systems setzt. Drei der bekannten Gesichter werden den Bürgern dort erhalten bleiben: Fanni Bauer, Hans Wimmer und Mathias Winkler wechseln zum Jahresbeginn zur Firma Schaumaier und sind künftig am neuen Wertstoffhof anzutreffen. Nicht alle Mitarbeiter schlagen denselben Weg ein. Alois Stöllner bleibt der Gemeinde Obing treu und wird künftig im Bauhof mitarbeiten. Für Hans Thurner und Sepp Winkler beginnt ein neuer Lebensabschnitt, beide treten in den Ruhestand ein.
Zwischennutzung
durch die Feuerwehr
Auch für das Gelände am Lohenfeld gibt es bereits eine Nachnutzung. Das Gebäude des ehemaligen Wertstoffhofes wird laut Gemeindeangaben zunächst von der Albertaicher Feuerwehr als Lagermöglichkeit während des Baus des Feuerwehrhauses in Frabertsham genutzt. Anschließend soll das gesamte Areal dem örtlichen Bauhof gewidmet werden.